Kommentar zur Feinnadelbiopsie bei Pankreaskarzinomen

Der letzte Beweis fehlt noch

Von Peter Leiner Veröffentlicht: 21.01.2015, 14:42 Uhr

Dass bei Patienten mit Pankreaskarzinom die präoperative Feinnadelbiopsie per Aspiration die Sterberate offenbar nicht beeinflusst, ist für sich gesehen eine gute Nachricht.

Die Ergebnisse einer aktuellen US-amerikanischen Bevölkerungsstudie können sowohl Ärzten als auch Patienten versichern, dass diese ultraschallgeführte endoskopische Diagnostik keinerlei lebensbedrohliche Folgen hat. Einzelne Kasuistiken ließen das zunächst vermuten und verunsicherten Ärzte wie Patienten.

Allerdings liefert die aktuelle US-Studie nur indirekt Hinweise darauf, dass Krebszellen etwa beim Herausziehen der Biopsienadel nicht gestreut werden. Ein letzter Beweis ist das nicht. Dies kann die Studie aber auch nicht leisten.

Zumal bei der Auswertung der Befunde weder Angaben zu Nadeltyp und -stärke, wie die Nadel in der Bauchspeicheldrüse hin und her bewegt wird sowie zur exakten Position der Biopsienadel - sei es im Pankreaskopf, -korpus oder -schwanz - verfügbar waren.

Erst wenn solche Informationen vorliegen, kann eine definitive Aussage über das wahre Risiko der Streuung gemacht werden. Den Beweis kann dann letztlich nur die histologische Untersuchung des Einstichkanals und der Zellanhängsel an der Biopsienadel liefern.

Lesen Sie dazu auch: Pankreas-Ca: Wie gefährlich ist die Biopsie?

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