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DEGAM-Kongress

Wie viele KHK-Patienten rauchen?

Wer eine KHK hat, raucht auch eher – könnte man meinen. Wie die Situation in Deutschland tatsächlich aussieht und wie motiviert KHK-Patienten zum Rauchstopp sind, zeigen Ergebnisse einer Datenanalyse.

Veröffentlicht:
Eine Frau sitzt mit einer brennenden Zigarette hinter dem Lenkrad ihres Autos.

Nikotinsucht: Menschen mit KHK sind eigenen Angaben zufolge abhängiger vom Rauchen als Menschen ohne KHK.

© Peter Steffen/dpa

Menschen in Deutschland, die eine Koronare Herzerkrankung haben (KHK) rauchen einer Datenanalyse zufolge seltener als Menschen, die keine KHK haben (23,8 versus 29,3 Prozent). KHK-Patienten haben jedoch in ihrer Vergangenheit häufiger geraucht als Menschen ohne KHK (32,2 versus 18,9 Prozent). Das könnte darauf hinweisen, dass die Diagnose KHK das Rauchverhalten verändern könnte.

Diese Studienergebnisse stellte Dr. Stephanie Klosterhalfen beim Kongress „Gesundheit gestalten“ der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) in Göttingen vor. Sie ist Gesundheitswissenschaftlerin am Universitätsklinikum Düsseldorf.

Klosterhalfen und Kollegen werteten zwei zeitgleich laufende, bevölkerungsbasierte Querschnittsanalysen mit identischer Methodik aus. Insgesamt rund 11.000 Personen im Alter von mindestens 35 Jahren wurden zu ihrem Rauchverhalten und ihrer Herzgesundheit und KHK befragt. Neun Prozent der Teilnehmenden gaben an, eine KHK zu haben. Angaben über die Krankheitsschwere wurden nicht erhoben.

Die Angaben wurden adjustiert für Alter, Geschlecht, Einkommen und Bildung.

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Hohe Abhängigkeit, aber auch hohe Motivation

Das Forschungsteam schaute sich die Subgruppe jener Teilnehmenden genauer an, die angaben, aktuell zu rauchen. Wer auch eine KHK hatte, nutzte häufiger zusätzlich E-Produkte (Odds Ratio [OR] 2,53) und gab an, stärker abhängig zu sein (OR 1,63).

Aber: Raucherinnen und Raucher mit KHK hatten auch eine höhere Motivation, mit dem Rauchen aufzuhören, als Raucherinnen und Raucher, die angaben, keine KHK zu haben (OR 1,41).

Teilnehmende, die im letzten Jahr aufgehört hatten zu rauchen, verzeichneten zudem häufiger mehr als einen Rauchstopp-Versuch, wenn sie an einer KHK erkrankt waren (OR 2,90).

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Klosterhalfen fasste zusammen, dass rauchende KHK-Patienten eine hohe Abhängigkeit haben, aber auch stärker motiviert sind, mit dem Rauchen aufzuhören und mehr Rauchstopp-Versuche hinter sich haben (im Vergleich zu rauchenden Menschen ohne KHK).

Neu diagnostizierte KHK-Patientinnen und -Patienten könnten also eine relevante Gruppe für die hausärztliche Rauchstopp-Beratung und leitliniengerechte verhaltens- und pharmakotherapeutische Behandlung sein. (schu)

Hintergrund: KHK und Rauchen

Klosterhalfen stellte folgende Zahlen vor:

  • Ein Rauchstopp senkt die Gesamtmortalität um 36 Prozent und das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse um 44 Prozent.
  • Über 50 Prozent der rauchenden Herzinfarktpatienten raucht auch ein Jahr nach dem Myokardinfarkt weiter.
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