Temperaturschwankungen nach oben

Wieso Pollen den Menschen immer mehr zu schaffen machen

Mit steigenden Temperaturen fliegen sie vermehrt los - und lösen Allergien aus. Warum die Pollenzeit früher beginnt, länger andauert und zu mehr und stärkeren Allergien führt.

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Eine Frau niest.

Schon im Februar unterwegs: Haselpollen. (Symbolbild mit Fotomodell)

© Astrid Gast / Stock.adobe.com

Augsburg. Die Pollen fliegen immer früher im Jahr und lösen immer mehr Allergien aus. Schaue man sich die vergangenen 30 Jahre an, werde klar: „Die Pollen starten früher im Jahr und fliegen länger in das Jahr hinein“, sagte Claudia Traidl-Hoffmann, Professorin für Umweltmedizin an der Universität Augsburg, der dpa.

Es gebe zudem mehr Pollen pro Tag, „weil die Bäume unter Stress sind, unter Trocken- und unter Verschmutzungsstress“. Letzteres führe auch dazu, dass der einzelne Pollen aggressiver werde. Er setze mehr Eiweiße frei, die beim Menschen Allergien verursachten.

Neue, sehr aggressive Pollen

Es gebe auch neue, sehr aggressive Pollen, etwa die des Beifußblättrigen Traubenkrauts (Ambrosia artemisiifolia). „Das macht starkes Asthma“, sagte die Wissenschaftlerin. Dessen Pollen starten im Juli.

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Pollen fliegen, weil es Temperaturschwankungen nach oben gibt. „Wenn es so schlagartig ist wie jetzt, dann werden die auch schlagartig freigesetzt.“ Sie erwarte einen exponentiellen Anstieg der Pollenkonzentration und steigende Patientenzahlen.

„Nicht nur die Pollen, sondern auch diese Schwankungen der Temperaturen bringen die Menschen in die Krankenhäuser. Das sind auch ganz aktuelle Forschungsergebnisse, die zeigen, dass sowohl extreme Kälte als auch extreme Wärme dazu führen, dass die Menschen Entzündungen der oberen Atemwege haben“, berichtete Traidl-Hoffmann.

„Sehen immer mehr Menschen mit Allergien“

Gerade flögen die Haselpollen durch die Luft, aber auch die Erlenpollen schon etwas. „Wir erwarten, dass die Birke in den nächsten Wochen ansteigt.“ Sie erreiche voraussichtlich Mitte, Ende März ihr Maximum und fliege zudem noch im April. Im Sommer kämen die Gräser. „Wir sehen immer mehr Menschen mit Allergien“, sagte die Professorin.

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„Die Umwelt wird allergener, das heißt die Pollen werden aggressiver und es sind mehr Pollen da.“ Gleichzeitig machten Schadstoffe die menschlichen Schleimhäute und Haut undicht: „Und erst durch die undichte Haut kommen wir in Kontakt mit diesen ganzen Allergenen.“

Das Fazit von Traidl-Hoffmann: „Wir verändern diese Umwelt und die veränderte Umwelt wirkt auf uns.“ Das fördere Allergien. (dpa)

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© Hintergrundmotiv: © [M] michellegibson / Getty Images / iStock; Portrait Prof. Dr. Beyer: © [M] Prof. Dr. Beyer; Portrait Prof. Dr. Hamelmann: © [M] Prof. Dr. Hamelmann

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