Wirkt Bortezomib auch bei alten Kranken mit Myelom?

BERLIN (gvg). Auch alte Menschen mit Multiplem Myelom scheinen bei einer Therapie mit Bortezomib mit hohen Ansprechraten rechnen zu können. Jetzt startet eine große Phase-3-Studie, in der die neue Option als Initialtherapie geprüft wird.

Veröffentlicht:

In Deutschland haben etwa 12 000 Menschen ein Multiples Myelom. Professor Monika Engelhardt aus Freiburg berichtete beim Deutschen Krebskongreß in Berlin von einer kürzlich beendeten Studie, bei der 60 Patienten über 65 Jahre mit Multiplem Myelom mit einer Kombination aus Bortezomib (Velcade®), Melphalan und Prednison als Initialtherapie behandelt wurden. Die Patienten konnten oder wollten keine Hochdosis-Chemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation erhalten, wie es die Standardtherapie bei jungen Patienten ist.

Die Gesamtansprechrate - mit komplettem und partiellem Ansprechen - in der Studie habe bei 85 Prozent gelegen, so Engelhardt auf der von dem Unternehmen Ortho Biotech unterstützten Veranstaltung. Knapp die Hälfte davon hatte eine komplette oder nahezu komplette Remission.

Komplette Remission bedeutet, daß in Blut und Urin das von den Plasmozytomzellen synthetisierte M-Protein (Myelomprotein), ein Immunglobulin, nicht mehr nachweisbar ist, und zwar mindestens bei zwei Tests, die sechs Wochen auseinander liegen. Zudem darf der Anteil an Plasmazellen im Knochenmark höchstens fünf Prozent betragen. Der Kalziumspiegel muß sich normalisiert haben.

In der Phase-3-Studie Vista soll nun das in dieser Altersklasse bei einer medikamentösen Primärtherapie bisher nicht beobachtete Ergebnis bei insgesamt 680 Patienten weltweit überprüft werden. Die Aufnahme der Patienten in die Studie habe bereits begonnen, so Engelhardt. In der Studie werde vor allem die Nierenfunktion kontrolliert.

Denn es gebe Hinweise, daß eine Bortezomib-Therapie sogar den Beginn einer Dialysetherapie bei Myelompatienten verzögern könne. Nach bisherigen Erfahrungen unterschieden sich die Ansprechraten auf eine Bortezomib-Therapie bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht von jenen bei Patienten ohne Nierenprobleme.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

© jarun011 / stock.adobe.com

Chronische lymphatische Leukämie

Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Asthma, COPD und Co.

Acht Fehler bei der Inhalationstherapie – und wie es richtig geht

Lesetipps
Diabetischer Fuß mit Ulkus

© Brauer / stock.adobe.com

Innovative Therapieansätze

Mit Fischhaut gegen den diabetischen Fuß

Eine Blutprobe zur Bestimmung von vier kardiovakulären Schlüsselmarkern.

© Henrik Dolle / stock.adobe.com

Verdacht auf Myokardinfarkt

Wenn erhöhte Troponine täuschen und es kein Herzinfarkt ist