Direkt zum Inhaltsbereich

Creutzfeldt-Jakob-Krankheit

Womöglich durch Blut übertragbar

Tödlich und unheilbar: Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gilt als schreckliches Leiden. Jetzt gibt es Hinweise darauf, dass auch eine Ansteckung über Blut- und Blutprodukte möglich sein könnte.

Veröffentlicht:

PARIS/GÖTTINGEN. Die tödliche Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) kann womöglich durch Blut und Blutprodukte zwischen Menschen übertragen werden. Ein Team aus Wissenschaftlern aus Deutschland, Frankreich und Spanien konnte jetzt erstmals zeigen, dass es auch im Blut Erreger geben muss.

In Experimenten mit Proben von CJD-Patienten gelang es den Forschern, die Erkrankung auf Mäuse zu übertragen (Emerging Infectious Diseases 2013, online).

Dies deutet darauf hin, dass die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit theoretisch auch zwischen Menschen durch Blut weitergegeben werden könnte.

"Bisher hat keine der epidemiologischen Studien einen Zusammenhang nachweisen können. Allerdings muss man den Befund jetzt ernst nehmen und genau klären, wo und wann die Infektiosität im Blut auftritt", erklärte die an den Forschungen beteiligte Neurologin Inga Zerr aus Göttingen. Den Erreger an sich habe man im Blut bislang nicht nachgewiesen.

Bislang galt lediglich als sicher, dass die CJD (englisch für Creutzfeldt-Jakob-Disease) beispielsweise durch verunreinigte Instrumente bei Hirnoperationen oder durch Wachstumshormone, die aus menschlichen Hirndrüsen hergestellt wurden, übertragen werden kann.

Gehirn löst sich schwammartig auf

Bei der klassischen Form der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit löst sich das Gehirn schwammartig auf. Das unheilbare Leiden äußert sich zunächst durch Gedächtnisstörungen, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit. Es führt danach zu fortschreitendem Gedächtnis-Verlust und schließlich zum Tod.

Der Krankheitserreger ist ein krankhaft verändertes Eiweiß (Prion).

In Deutschland treten nach Angaben des Nationalen Referenzzentrums jährlich rund 100 bis 120 Neuerkrankungen auf. Die meisten davon sind sogenannte sporadische CJD-Fälle, die jetzt auch im Mittelpunkt der Forschungen standen.

Eine neue Variante der Krankheit (vCJD) trat Mitte der 90-er Jahre mit der Rinderseuche BSE auf. Nach Einschätzung von Experten infizierten sich Patienten höchstwahrscheinlich durch Nahrungsmittel, die BSE-Erreger enthielten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

© William / Generated with AI / Stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Auswahl an gesunden pflanzlichen Lebensmitteln: Superfoods, verschiedene Obstsorten und Beeren, Nüsse und Samen.

© alicja neumiler / stock.adobe.com

Gepoolte Studien-Analyse

Vegetarische Ernährung und Krebsrisiko: Nicht immer ist pflanzlich besser!