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Zeit für Fragen ist Basis erfolgreicher Homöopathie

NEU-ISENBURG (gwa). Nicht erst seit der Diskussion um Nutzen und Risiken von Hormonersatz-Therapien in den Wechseljahren fragen Frauen, die in der Menopause Beschwerden haben, nach Alternativen. Eine Möglichkeit ist die Homöopathie. Oft passen bei betroffenen Frauen große homöopathische Mittel wie Pulsatilla oder Sepia. Doch eben nicht bei jeder.

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Kollegen mit einer Ausbildung in klassischer Homöopathie schätzen an der Methode, dass nicht einfach ein Symptom kuriert wird. Vielmehr suchen sie nach der zugrunde liegenden Störung, die aus den individuellen körperlichen und psychischen Gegebenheiten entsteht und umgekehrt den ganzen Körper und die Psyche beeinflusst. Dabei sind alle Symptome und Beschwerden und ihr Charakter wichtig und werden genau erfragt. Das Symptom Hitzewallung allein reicht nicht, um ein passendes Mittel zu finden.

"Homöopathen denken eben ganz anders", sagt Dr. Beate Vollmer aus München. Die Gynäkologin ist in München niedergelassen und bietet die modernen Untersuchungen etwa zur Krebs-Früherkennung an. Bei der Therapie setzt sie seit 1993 auf die klassische Homöopathie. Schulmedizin kommt für sie infrage, wenn sie mit der Homöopathie nicht weiter kommt. Das ist selten, sagt sie. "Die Frauen mit Hormonersatz-Therapie in meiner Praxis kann ich an einer Hand abzählen."

Gefragt wird gezielt nach dem Charakter eines Symptoms

Anderen Frauen etwa mit Wechseljahrsbeschwerden kann sie mit Homöopathie helfen. Kommt zum Beispiel eine Patientin mit Hitzewallungen, lässt sich Vollmer diese genau beschreiben: Gibt es eine bevorzugte Tageszeit? Wie laufen die Hitzewallungen ab; von wo gehen sie aus, etwa vom Bauch bis in den Kopf; oder bleiben sie nur im Gesicht? Sind die Hitzewallung mit Schwitzen verbunden oder trocken? Also nur heiß, oder tropft auch der Schweiß? Ist der Schweiß kalt oder warm? Wird das Gesicht bei den Hitzewallungen rot?

Dann fragt Vollmer auch nach anderen Beschwerden: Ist die Frau bei den Hitzewallungen genervt? Weinerlich? Kommt es zu Herzklopfen? Herzrasen? Zittern? Gibt es ein Gefühl des Getriebenseins?

Durch diese gezielten und umfassenden Fragen wird das Symptom Hitzewallung genau und individuell erfasst - und das gilt in der klassischen Homöopathie grundsätzlich für alle Symptome und Beschwerden. Weiter wird gefragt, ob es noch andere Beschwerden gibt, die die Patientin mit den Wechseljahren in Verbindung bringt. Erfragt wird die Art der letzten Blutung; die Qualität des Schlafs, nach Veränderungen in der Brust. Aus all diesen Symptomen ergibt sich dann das für diese Frau passende Homöopathikum.

  • Schildert etwa eine Patientin starke Hitzewallungen vor allem tagsüber, besonders auch bei Kontakt mit Menschen, sind Bett- und Nachwäsche oft durchgeschwitzt, ist die Frau weinerlich, neigt zu Tränenausbrüchen, könnte etwa Pulsatilla passen.
  • Sepia gilt als großes Homöopathikum; doch nicht allein nur für Frauen in den Wechseljahren. Das Präparat kann geeignet sein bei einer Frau, die sich zwischen Beruf, Ehemann, Kindern, Haushalt zerreißt; dunkle Ringe unter den Augen hat.
  • Eher an Kalium carbonicum denkt man bei einer Frau in den Wechseljahren, die nachts mit Hitzewallungen und Herzklopfen aufwacht, sich Sorgen macht, ob sie herzkrank ist.
  • Acidum sulfuricum ist eine Arznei, die geeignet sein kann für eine Frau, mit Zitterigkeit, die auch schwitzt, die vor allem darunter leidet, dass sie sich gehetzt und getrieben fühlt; der ist alles zuviel, die weiß nicht, wo sie zuerst anfangen soll, und nie fertig wird.
  • Sulfur kann geeignet sein, wenn Frauen bei Hitzewallungen in ihrem Schweiß schwimmen, eine unreine Haut und womöglich eine Hautkrankheit haben.
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