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Zu wenig Testosteron schlägt wohl auf die Psyche

Niedrige Testosteronwerte bei älteren Männern gelten als Ursache von Potenzschwäche und mangelnder Vitalität. Nach einer Studie treten bei niedrigen Spiegeln aber nur psychische Probleme vermehrt auf.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:
Männer mit psychischen Symptomen haben meist einen niedrigeren Testosteronspiegel als Männer ohne diese Symptome.

Männer mit psychischen Symptomen haben meist einen niedrigeren Testosteronspiegel als Männer ohne diese Symptome.

© Mat Hayward / Fotolia

WIEN. Die körperlichen Symptome bei älteren Männern lassen sich meist mit dem Altern erklären, stellten Urologen um Dr. Christian W. Kratzik von der Universität Wien fest.

In ihrer Studie hatten sie untersucht, ob sich typische Symptome, wie sie bei Testosteronmangel auftreten können, an bestimmten Testosteronwerten festmachen lassen oder abhängig vom Alter auftreten.

675 gesunde Männer befragt

Dazu analysierten sie bei 675 gesunden Männern die Testosteronspiegel, zusätzlich füllten die Männer diverse Fragebögen aus, etwa zur erektilen Funktion, zu körperlichen Beschwerden wie Muskelkraft, Gelenk- und Muskelbeschwerden und Schwitzen.

Ermittelt wurden aber auch Symptome wie Schlafstörungen, Nervosität, Ängstlichkeit und Depression (BJU International 2011; 108: 1310-1315).

Männer mit solchen psychischen Symptomen hatten in der Tat niedrigere Testosteronspiegel als Männer ohne diese Beschwerden. So lagen die Werte bei Männern mit Symptomen im Schnitt bei 13,5 bis 14,5 nmol/l, ohne Symptome bei etwa 15 bis 16 nmol/l.

Zusammenhang zwischen Psyche und Testosteronspiegel

Die Unterschiede waren zwar signifikant, aber nicht sehr groß, und zudem lagen die Werte weit über den Grenzwerten, wie sie für eine Testosteronsubstitution empfohlen werden (unter 8 nmol/l).

Wurde nun jedoch das Alter berücksichtigt, so gab es nur noch bei den psychischen Beschwerden einen Zusammenhang mit niedrigeren Testosteronwerten. Insgesamt, so die Urologen, ließ sich aber für keines der Symptome ein klarer altersunabhängiger Schwellenwert berechnen.

Die Forscher schließen aus den Ergebnissen der Studie, dass gewöhnliches Altern die meisten der beobachteten Symptome erklären kann, die mit einem abnehmenden Testosteronspiegel einhergehen.

Die Wissenschaftler vermuten sogar, dass die parallel abnehmenden Werte des Hormons nichts oder nur wenig mit den Beschwerden zu tun haben, wie sie bei älter werdenden Männern beobachtet werden.

Bei Studie im Schnitt Testosteronwerte im Normbereich

Da die Männer in der Studie im Schnitt alle noch Testosteronwerte im Normbereich hatten - die Werte lagen über 13 nmol/l - , widersprechen die Ergebnisse allerdings auch nicht Empfehlungen, bei Männern mit sehr niedrigen Testosteronwerten - also bei Werten unter 8 nmol/l - und Hypogonadismus-Symptomen das Hormon zu substituieren.

In klinischen Studien ließen sich bei solchen Männern die Symptome während einer Substitution meist gut lindern.

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