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Zuckerguss durch Bakterien

ESSEN (ner). Bei schwer abstreifbaren, zuckergussartigen Auflagerungen auf der Achselbehaarung handelt es sich um harmlose Infektionen mit Corynebakterien. Die Therapie ist meist einfach: vollständig rasieren, desinfizieren und auf die Körperhygiene achten.

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Männer seien häufiger betroffen als Frauen, so Privatdozent Joachim Dissemond von der Universitätshautklinik Essen (MMW 3, 2007, 5). Die Beläge auf den Haaren seien meist gelblich, können in seltenen Fällen aber auch rot oder schwarz sein. Typisch ist ein meist als unangenehm empfundener, ranziger Geruch. Mangelnde Hygiene und Hyperhidrose sind prädisponierend für die als Trichobacteriosis oder Trichomycosis palmellina bezeichnete Infektion.

Die Patienten bemerken die Infektion oft nicht

Die Patienten bemerken die Infektion oft nicht. Dissemond beschreibt den Fall eines 43-jährigen Mannes, bei dem als Nebenbefund die Veränderung der Haare in beiden Axillen auffiel. Er selbst hatte dies gar nicht bemerkt. Ein Therapiewunsch bestand nicht. Auslöser sind saprophytär lebende Bakterien der Hautflora. Sie leben von totem, abgestoßenem Material ihres Wirts, ohne ihn zu schädigen. Meist handelt es sich um Corynebacterium tenuis.

Dissemond empfiehlt nach vollständiger Rasur des betroffenen Areals die Hautdesinfektion mit nicht zytotoxischen Antiseptika, etwa Polyhexanid, oder das regelmäßige Waschen mit sauren Syndets.

Ist Hyperhidrose die Ursache, hilft oft schon ein Deodorant

Gerade bei nachgewiesener Hyperhidrose kann ein Deodorant mit Aluminiumchlorid-Hexahydrat hilfreich sein. Bei therapierefraktären Verläufen bleiben die Injektion von Botulinumtoxin oder als Ultima Ratio die transthorakale Sympathektomie.



STICHWORT

Syndets

Syndets sind synthetische Detergenzien. Sie enthalten eine Mischung verschiedener waschaktiver Stoffe mit hoher Reinigungs- und Fettlösekraft. Sie gelten als nicht allergen. Ihr pH-Wert kann im hautphysiologischen, sauren Bereich eingestellt werden. Syndets sind für die Reinigung vor allem empfindlicher Haut besser geeignet als herkömmliche Seifen, weil sie den Säureschutzmantel der Haut und die epidermale Barriere relativ weniger schwächen. (ner)

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