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Charité-Studie

Zuckerspiegel kann Gedächtnis im Alter beeinflussen

Macht Süßes vergesslich? Forscher in Berlin wollten das genau wissen und machten die Probe aufs Exempel. Ihr erstes Ergebnis: Zuckerspiegel und Gedächtnisleistung hängen zusammen.

Veröffentlicht:

BERLIN. Ältere Menschen mit niedrigem Blutzuckerspiegel haben einer Berliner Studie zufolge relativ gute Gedächtnisleistungen.

In der Untersuchung zeigte sich, dass die Merkfähigkeit gesunder Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren stark vom Blutzuckerspiegel abhing.

War er hoch, konnten sie sich zum Beispiel Wörter schlechter merken. Für die Studie nahm ein Team um Professor Agnes Flöel von der Berliner Charité die Gedächtnisleistungen von 141 gesunden Erwachsenen genau unter die Lupe (Neurology 2013, online 23. Oktober).

Zuerst prüften die Forscher die Merkfähigkeit der Teilnehmer. Dann analysierten sie in Bluttests deren Zuckerspiegel. Darüber hinaus berechneten sie mithilfe der Kernspintomografie die Größe und die Struktur des Hippocampus.

Zwei Wörter weniger gemerkt

In einem der Tests mussten die Probanden eine Liste mit 15 Wörtern für 30 Minuten in Erinnerung behalten. Teilnehmer mit hohem Blutzuckerspiegel erinnerten sich im Durchschnitt an zwei Wörter weniger als Probanden mit niedrigerem Spiegel.

Die Analyse der Kernspintomografie ergab außerdem, dass der Hippocampus der Menschen mit hohem Blutzuckerspiegel kleiner war und eine schlechtere Struktur aufwies.

Selbst für Menschen mit einem normalen Zuckerspiegel könnte es also eine vielversprechende Strategie sein, im Alter ihre Gedächtnisleistungen durch noch weniger Süßes zu erhalten, folgert Flöel.

In der Praxis bedeute das zum Beispiel, Übergewicht zu vermeiden und viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Fisch zu essen. Auch regelmäßige Bewegung wirke sich positiv auf den Zuckerspiegel aus. Für gesicherte Aussagen seien aber weitere Studien nötig. (dpa)

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