Bedarfsplanung

12 neue Psychotherapie-Sitze in Rheinland-Pfalz

Die KV hatte sich mehr erhofft, will jetzt aber auch nicht zuviel Wasser in den Wein gießen: Die psychotherapeutischen Kapazitäten würden dort angepasst, wo es im Land am dringendsten ist.

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Mainz. In Rheinland-Pfalz hat der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen 12 neue psychotherapeutische Sitze genehmigt. Das berichtet am Mittwoch die Landes-KV, die sich den Ausbau der Versorgungskapazitäten auf die eigene Fahne schreibt. Die zusätzlichen Sitze seien auf ihre Initiative hin bewilligt worden, heißt es, und beträfen Gebiete „mit der bislang schwächsten Versorgung“.

Interessierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sollen sich vom 1. April bis 8. Mai auf die neuen Sitze bewerben können. Laut KV entfallen jeweils 1,5 neue Sitze auf die Planungsregionen Neuwied, Trier-Saarburg und den Westerwaldkreis, jeweils ein Sitz auf die Vulkaneifel und Birkenfeld sowie je ein halber Sitz auf die Gebiete Altenkirchen (Westerwald), Bad Kreuznach, Cochem-Zell, Germersheim, Kusel und den Rhein-Hunsrück-Kreis. Aufgrund einzuhaltender Fristen sei frühestens ab Sommer mit den ersten Besetzungen zu rechnen.

KV: Bedarfsplanung reformieren!

Die noch übrigen 2,5 Sitze würden nicht ausgeschrieben, so die KV weiter. Sie sollen bestehenden Praxen ermöglichen, ihren Versorgungsauftrag im Jobsharing auszudehnen und seien auch schon besetzt worden: Je ein halber Sitz entfällt demnach auf die Regionen Altenkirchen ( Westerwald), Mayen-Koblenz und den Rhein-Hunsrück-Kreis und ein voller Sitz auf das Gebiet Frankenthal/Speyer/Rhein-Pfalz-Kreis.

„Das ist sowohl für die Patienten als auch für psychotherapeutisch tätige Kollegen überaus erfreulich, obwohl wir uns mehr Sitze erhofft hatten“, kommentiert KV-Vorstandsmitglied und Psychotherapeut Peter Andreas Staub den zu erwartenden Zugewinn des therapeutischen Leistungsangebots. Die Nachfrage sei „ungebrochen hoch“. Auch gebe es genügend Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die gerne als Vertragspartner der Kassen arbeiten würden.

Allein aufgrund der aktuellen Bedarfsplanung gebe es im Land nicht genügend freie Sitze. Nach Ansicht Staubs entspricht insbesondere auch in der Psychotherapie der momentane Zuschnitt der Planungsbereiche „nicht mehr der Versorgungsrealität“. Die Bedarfsplanung müsse daher „dringend reformiert werden“. (cw)

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