Neuer Krankenhausplan

1370 zusätzliche Betten für Berlins Kliniken

Der Berliner Senat hat einen neuen Krankenhausplan beschlossen: Er sieht eine Erhöhung der Kapazitäten in Plankrankenhäusern vor. Indes macht die Krankenhausgesellschaft auf ein weiteres Problem aufmerksam.

Madlen SchäferVon Madlen Schäfer Veröffentlicht:

Berlin. Der Berliner Senat hat den neuen Krankenhausplan 2020 beschlossen. Der Plan konnte aufgrund der Corona-Pandemie erst jetzt vorgelegt werden, vorgesehen war er bereits für Ende 2020. Das Papier ist mit dem Land Brandenburg in Grundzügen abgestimmt worden.

Der Krankenhausplan sieht eine Erhöhung der Kapazitäten in Plankrankenhäusern wie folgt vor: Die Zahl der Betten in den Krankenhäusern steigt um 1370 Betten, demnach auf insgesamt 23.536 Betten. Ein großer Teil dieser Betten soll auf die Psychiatrie mit insgesamt rund 580 Betten entfallen.

580

der geplanten neuen Betten sollen gemäß Krankenhausplan 2020 auf die Psychiatrie entfallen.

Der Beschluss würde den Krankenhäusern eine verbindliche Grundlage für die Weiterentwicklung der Versorgung von Patienten in den kommenden Jahren bieten, so die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG). Sie kritisiert jedoch die unrealistischen Personalvorgaben etwa in der Notfallversorgung oder die unsichere Bedarfsplanung im Bereich der Psychiatrie und Psychosomatik.

BKG: Klinikoffensive ist alternativlos

Der Krankenhausplan mit seinen Qualitätsvorgaben und der Erhöhung der Kapazität könne jedoch nur umgesetzt werden, sofern die Politiker auch die finanziellen Mittel zur Verfügung stellen würden, mahnt Marc Schreiner, Geschäftsführer der BKG.

Hierfür müsse die geforderte Klinikoffensive umgesetzt werden: „350 Millionen Euro jährlich sind dafür bis 2030 erforderlich. Das ist alternativlos. Sonst bleibt der Krankenhausplan Makulatur.“ Außerdem müsse Berlin alle Anstrengungen unternehmen, damit es ausreichend Personal für die zusätzlichen Betten gebe.

„Mit dem neuen Krankenhausplan schaffen wir Planungssicherheit für die Krankenhäuser und sorgen für eine bedarfsgerechte stationäre Versorgung der Berliner Bevölkerung unter den Bedingungen des demografischen Wandels auch für die Zukunft. Besonders wichtig ist mir, dass der neue Krankenhausplan eng mit dem Land Brandenburg abgestimmt ist“, sagt Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci. Dies stärke die Gesundheitsversorgung der Menschen in der Region Berlin-Brandenburg, so die SPD-Politikerin.

Mehr zum Thema

Aus laufenden Behandlungen lernen

Vorreiter DigiNet: Versorgungsdaten für die Forschung sichern

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe

Prozessauftakt

Berliner Arzt wegen Sterbehilfe-Fall vor Gericht

Das könnte Sie auch interessieren
Innovationsforum für privatärztliche Medizin

Tag der Privatmedizin 2023

Innovationsforum für privatärztliche Medizin

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Wie patientenzentriert ist unser Gesundheitssystem?

© Janssen-Cilag GmbH

Video

Wie patientenzentriert ist unser Gesundheitssystem?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Höhen- oder Sturzflug?

© oatawa / stock.adobe.com

Zukunft Gesundheitswesen

Höhen- oder Sturzflug?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Patientenzentrierte Versorgung dank ePA & Co?

© MQ-Illustrations / stock.adobe.com

Digitalisierung

Patientenzentrierte Versorgung dank ePA & Co?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Unterschiedliche immuntherapeutische Ansätze beim Glioblastom werden derzeit in Studien untersucht. Ein Teilgebiet ist die Peptidvakzinierung, also die Impfung mit Tumorantigenen.

© Richman Photo / stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz und Immuntherapie

Neue Behandlungskonzepte beim Glioblastom

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Bei Krebspatientinnen und -patienten ab 65 Jahren wird Ärztinnen und Ärzten geraten, vor Therapiebeginn auf den Medikationsplan zu schauen.

© Przemek Klos / stock.adobe.com

Appell beim DKK 2024

Bei älteren Menschen mit Krebs: Medikamentencheck vor Therapiebeginn!

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Bei höhergradigen irAE der CPI-Therapie (Grad ≥3) und bei steroidrefraktären Nebenwirkungen wird eine interdisziplinäre Zusammenarbeit empfohlen. (Symbolbild)

© molekuul.be / stock.adobe.com

Immuntherapie

Immunabhängige Nebenwirkungen – der Preis der Checkpoint-Blockade

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe