SARS-CoV-2

Brandenburg klagt über zu wenig Corona-Impfdosen

Im Vergleich liegt Brandenburg bei den Corona-Impfstofflieferungen auf dem letzten Platz, so die Kritik im Gesundheitsausschuss. Der Innenminister räumt Fehler aber auch eigene Fehler ein.

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Corona-Impfstoff: Brandenburg erhält 63,8 Impfdosen pro 100 Einwohner.

Corona-Impfstoff: Brandenburg erhält 63,8 Impfdosen pro 100 Einwohner.

© Robert Michael/dpa

Potsdam. Das Land Brandenburg erhält offenbar seit Monaten zu wenig Impfdosen. Wie der für die Impflogistik zuständige Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Potsdamer Landtags erklärte, erhalte Brandenburg mit 63,8 Impfdosen pro 100 Einwohner die niedrigsten Impfstofflieferungen bundesweit.

Verglichen mit den Lieferungen, die an das Land Mecklenburg-Vorpommern gegangen sind, hätte Brandenburg rund 130 .000 Impfdosen mehr erhalten müssen. Verglichen mit Sachsen hätten es 52 .000 Dosen mehr, mit Sachsen-Anhalt 42 .000 Dosen mehr sein müssen.

Stübgen kündigte an, dass Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dieses Thema auf der Bundesebene ansprechen wolle. „Man kann schlecht bei den Impfungen in der oberen Liga mitspielen, wenn man gar nicht die Ressourcen dafür hat“, sagte Stübgen. Woidke hatte es noch in der vergangenen Woche als Erfolg verkündet, dass er nach der Ministerpräsidentenkonferenz der Länder weitere 29 .000 Dosen für Brandenburg herausgehandelt hatte. Allerdings musste Stübgen im Gesundheitsausschuss auch eigene Probleme einräumen: So hätten einzelne Impfzentren ohne Rücksprache mit dem Impflogistikstab rund 29 .000 Impfdosen als Reserve gelagert. Gleichzeitig habe auch das Land einen Puffer gebildet. Diese doppelten Reserven würden nun aufgelöst. Stübgen kündigte an, dass das Land in den nächsten Monaten weiter auf Impfzentren setzen werde, die dann aber von den Kommunen betrieben würden. „Aber dieser Bereich wird weniger werden“, sagte Stübgen. Ab dem 1. Juli beginne bundesweit die zweite Stufe der Impfkampagne, die einen noch größeren Schwerpunkt auf die niedergelassenen Ärzte lege.

Jährliche Auffrischung gegen Corona

Dem Impfminister zufolge soll jeder Bürger jährlich eine Möglichkeit erhalten, eine Auffrischungsimpfung zu bekommen. „Das soll über die niedergelassenen Ärzte abgesichert werden“,sagte Stübgen. „Es soll so kommen, wie mit den jährlichen Grippe-Impfungen.“ Er selbst könne sich nicht vorstellen, dass für diesen Bereich Impfzentren offen gehalten werden.

Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft machte deutlich, dass das Land im Sommer eine Werbekampagne für Impfungen starten müsse. „Wenn wir lockern, und immer weniger Tests verlangt werden, denken auch immer mehr Menschen, dass sie sich nicht impfen lassen müssen“, sagte Ranft. „Der Druck, sich impfen zu lassen sinkt.“ (lass)

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