RKI-Analyse

COVID-19 kostet Deutsche über 300.000 Lebensjahre

Eine Analyse von Forschern des Robert Koch-Instituts hat sich die COVID-19-Zahlen genauer angeschaut. Ein Geschlecht erkrankt dabei häufiger – und verliert auch mehr Lebensjahre.

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Über 65.000 Menschen sind während der Corona-Pandemie in Deutschland bereits an oder mit SARS-CoV-2-Infektionen gestorben.

Über 65.000 Menschen sind während der Corona-Pandemie in Deutschland bereits an oder mit SARS-CoV-2-Infektionen gestorben.

© angga / stock.adobe.com

Berlin. Die Menschen in Deutschland haben 2020 insgesamt 305.641 Lebensjahre durch COVID-19 verloren, berichten Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts (Dtsch Ärztebl 2021; online 12. Februar). Diese Zahl soll die Auswirkungen von COVID-19 in Deutschland verdeutlichen. Mit solchen Zahlen lässt sich zudem die Belastung mit anderen Erkrankungen vergleichen, so das RKI in einer Mitteilung.

Die RKI-Forscher haben die Krankheitslast durch COVID-19 im Projekt „BURDEN 2020“ anhand spezieller Indikatoren ermittelt. Basis waren dabei die laborbestätigten SARS-CoV-2-Meldefälle aus dem vergangenen Jahr.

Damit wurde die Zahlen der durch Tod („Years of life lost“ – YLL) und durch gesundheitliche Einschränkungen (Years lived with disability – YLD) verlorenen Lebensjahre summiert zu den sogenannten „disability-adjusted life years“ (DALY).

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Von allen aufsummierten verlorenen DALY-Lebensjahren waren insgesamt 99,3 Prozent der Krankheitslast durch Todesfälle (YLL) bedingt und 0,7 Prozent auf verlorene Lebensjahre infolge gesundheitlicher Einschränkungen (YLD). Die Auswirkungen von Langzeitfolgen einer COVID-19 konnten in dieser Erhebung noch nicht berücksichtig werden.

Wer unter 70 stirbt, verliert über 25 Jahre Lebenszeit

Ergebnisse: Eine gestorbene Person hatte im Mittel etwa 9,6 Lebensjahre verloren, bei Tod im Alter unter 70 waren es sogar 25,2 Lebensjahre. Männer verloren durch Tod mehr Lebensjahre als Frauen: 11,0 vs. 8,1 Jahre. Der Grund: Mehr Männer als Frauen sterben bei COVID-19 bereits vor Vollendung des sechsten Lebensjahrzehnts.

Dies entspricht auch dem Befund, dass sich Frauen etwas häufiger infizieren, Männer aber häufiger bereits in jüngerem Alter schwer erkranken. Durch die längere Restlebenserwartung in jungen Jahren schlage sich dies in der Bilanz zuungunsten der Männer nieder, so die RKI-Forscher. Dies zeigt sich auch bei den ermittelten 305.641 DALY: Davon entfielen bei Männern 34,8 Prozent auf unter 70-Jährige, bei Frauen waren dies 21,0 Prozent.

Mit dem Projekt BURDEN 2020 werden in Deutschland erstmals regionale Analysen zur gesundheitlichen Lage anhand der Krankheitslast (Burden of Disease) in Deutschland erstellt, vorwiegend durch nicht-übertragbare Krankheiten. Weitere Ergebnisse des Projekts sollen in den kommenden Monaten veröffentlicht werden. BURDEN 2020 ist Teil des „European Burden of Disease Network (EBoDN)“, das auch Schätzungen der COVID-19-Kranheitslast für andere Länder sammelt. (eb/eis)

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