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Anlaufstelle in Hamburg

Centra erleichtert traumatisierten Flüchtlingen Zugang zur Versorgung

Das Koordinierungszentrum Centra in Hamburg ermöglicht traumatisierten Geflüchteten einen vereinfachten Zugang zu psychologischer Hilfe.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
Gewann die Ausschreibung für den Aufbau des Koordinierungszentrums „Centra“: Das UKE in Hamburg.

Gewann die Ausschreibung für den Aufbau des Koordinierungszentrums „Centra“: Das UKE in Hamburg.

© Angelika Warmuth / dpa

Hamburg. Flüchtlinge mit traumatischen Erlebnissen benötigen außer therapeutischer Hilfe Unterstützung bei der Suche nach entsprechenden Angeboten im deutschen Gesundheitswesen. Beides bietet das vor einem halben Jahr gegründete Koordinierende Zentrum für traumatisierte Flüchtlinge (Centra) in Hamburg. Die erste Bilanz: Der Bedarf ist vorhanden – rund 50 Anfragen kommen im Monatsdurchschnitt.

„Wir eröffnen traumatisierten Geflüchteten einen niederschwelligen Zugang zu psychologischer Hilfe, indem wir sie beraten, ambulant erstbehandeln und sie zu qualifizierten Angeboten der Regelversorgung weitervermitteln“, fasste Centra-Leiter Professor Ingo Schäfer das Tätigkeitsfeld bei einer Fachtagung zusammen.

Weitervermittlung in die psychotherapeutische Regelversorgung

Das Angebot richtet sich ausschließlich an erwachsene Geflüchtete, die mit einem Aufenthaltstitel, einer Aufenthaltsgestattung oder einem Duldungsstatus in Hamburg leben.

Bei Centra erhalten sie zunächst psychologische Ersthilfe unter Einsatz qualifizierter Sprachmittler und werden dann an Praxen und Krankenhäuser der psychotherapeutischen und psychiatrischen Regelversorgung weitervermittelt. Medizinische Untersuchungen, pharmakologische Behandlungen oder eine psychiatrische Notfallversorgung bietet Centra für die Geflüchteten nicht an.

Perspektivisch soll eine im Aufbau befindliche Datenbank alle in der Beratung und Behandlung von Geflüchteten tätigen Hilfeeinrichtungen in der Hansestadt mit ihren spezifischen Angeboten enthalten.

Centra wurde nach Ausschreibung an das UKE vergeben

Aufgebaut wurde Centra vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), das dafür nach einer Ausschreibung der Hamburger Sozialbehörde im vergangenen Jahr den Zuschlag erhalten hatte. Centra-Leiter Schäfer ist auch Oberarzt in der UKE-Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Traumatisierte Kinder und Jugendliche dagegen haben in Hamburg eine andere Anlaufadresse: Die Flüchtlingsambulanz des UKE behandelt junge Flüchtlinge ungeachtet ihres Aufenthaltsstatus mit einem multikulturellen und interdisziplinären Team. Zum Behandlungsspektrum zählen dort Psychotherapie, psychiatrische und psychosoziale Arbeit in Einzel- und Gruppentherapie.

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