Kriminalität

Ermittlungen gegen fünf Klinikärzte am Medizin Campus Bodensee

Eine Oberärztin erhebt schwere Vorwürfe gegen ihre Klinik in Friedrichshafen und nimmt sich das Leben. Der Fall beschäftigt die Behörden und führt nun auch zu Ermittlungen.

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Am Medizin Campus Bodensee hat die Polizei nach schweren Vorwürfen gegen Klinikärzte Beweismittel sichergestellt. (Symbolfoto)

Am Medizin Campus Bodensee hat die Polizei nach schweren Vorwürfen gegen Klinikärzte Beweismittel sichergestellt. (Symbolfoto)

© Carsten Rehder/dpa

Friedrichshafen. Nach schweren Vorwürfen gegen Klinikärzte des Medizin Campus Bodensee (MCB) in Friedrichshafen hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Die Vorwürfe reichen vom Verdacht der fahrlässigen Tötung bis zum Anfangsverdacht des Abrechnungsbetrugs, wie die Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilten. Es werde auch wegen des Verdachts ärztlicher Fehlbehandlungen mit den Tatbeständen Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung ermittelt. Beschuldigt seien insgesamt fünf Ärztinnen und Ärzte.

Im Klinikum seien am Donnerstag Beweismittel sichergestellt worden. Dabei handele es sich vor allem um elektronische Daten. Eine eingerichtete Ermittlungsgruppe mit dem Namen „Cura“ befasse sich mit dem Fall.

Erste Vorermittlungen im November

Die ersten Vorermittlungen sind den Angaben zufolge nach dem Suizid einer Oberärztin des Klinikums Ende November in Gang gekommen, die auf die Missstände hingewiesen hatte. Laut einem Bericht des „Südkuriers“ über die Vorwürfe der Frau soll eine ungenügende Personalausstattung der Klinik zu erheblichen Behandlungsfehlern geführt haben – mit Todesfolge für mindestens einen Patienten.

Die Ermittlungen in dem Fall seien in der zweiten Februarhälfte eingeleitet worden, sagte die Staatsanwältin. „Die Vorwürfe richten sich gegen die internistische Intensivstation des Klinikums.“ Weitere Details nannte die Ermittlungsbehörde nicht.

Klinik kooperiert mit Ermittlern

In einer Mitteilung erklärte die Einrichtung, dass gegen fünf ehemalige und aktive Ärztinnen und Ärzte des Klinikums ermittelt werde. „Wir arbeiten hier selbstverständlich mit polizeilichen Ermittlern zusammen und stellen alle gewünschten Daten und Unterlagen zur Verfügung“, teilte eine Sprecherin mit. Bis zum Abschluss des Verfahrens gelte weiter die Unschuldsvermutung.

Parallel zu den behördlichen Untersuchungen habe der Aufsichtsrat der Klinik beschlossen, die Vorwürfe auch selbst durch eine umfangreiche Compliance-Untersuchung mit externer Begleitung aufklären zu lassen. „Auch diese Ermittlungen halten nach wie vor an.“ (dpa)

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