Niedersachsen

„Fatale Fehlentscheidung“ zu Medizinstudienplätzen

In Niedersachsen soll es keine zusätzlichen Medizinstudienplätze geben. Die KV spricht von „Wortbruch des Landes“.

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Hannover. Niedersachsen wird die Zahl der Medizin-Studienplätze zum Wintersemester 2021/2022 nicht wie ursprünglich geplant aufstocken. Aus der Ärzteschaft wird diese Entscheidung scharf kritisiert.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) Mark Barjenbruch, sprach von einer „fatalen Fehlentscheidung“. Der Landesvorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Hans Martin Wollenberg, sagte am Wochenende: „Das Land Niedersachsen wird weiterhin nicht seinen Versprechungen gerecht, durch eine Erhöhung der Zahl von Medizinstudienplätzen in Niedersachsen den zukünftigen Bedarf an Ärztinnen und Ärzten sicherzustellen.“

Nach einem Bericht der Enquete-Kommission des Landtages ist eine deutliche Aufstockung der Medizin-Studienplätze nötig, um dem Hausärzte-Mangel entgegenzuwirken. Laut der „Verordnung über Zulassungszahlen für Studienplätze“, die am Donnerstag veröffentlicht wurde, sind zum Wintersemester 359 Plätze an der Universität Göttingen, 320 an der Medizinischen Hochschule Hannover und 80 an der Universität Oldenburg geplant. Ursprünglich angekündigt hatte das Land 120 in Oldenburg.

Im Vergleich mit anderen Bundesländern schneide Niedersachsen „skandalös schlecht“ ab, kritisierte Wollenberg. So werde etwa in Baden-Württemberg ein Studienplatz pro 6500 Einwohner zur Verfügung gestellt, in Niedersachsen sei es ein Studienplatz pro 10.500 Einwohner. (dpa)

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