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Corona-Infektionen

KV Bremen und Gesundheitssenatorin Bernhard plädieren für Paxlovid®-Einsatz

Pfizers COVID-Tablette solle nach Möglichkeit häufiger verordnet werden, heißt es in Bremen – Adressaten sind die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte.

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Bremen. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Bremens sollen mehr Paxlovid® gegen die Folgen einer Coronainfektion verschreiben. Mit dieser Bitte haben sich die Kassenärztliche Vereinigung und Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) an die Niedergelassenen gewandt.

Die Zahl der Patientinnen und Patienten mit einer Coronainfektion sei in den vergangenen Wochen „kräftig gestiegen“, schreiben KV Vorstand und Senatorin in einem gemeinsamen Brief. Trotz Impfungen und Schutzmaßnahmen müssten aktuell immer mehr Bürger, besonders in höherem Lebensalter, mit einem schweren Verlauf einer COVID-Erkrankung stationär aufgenommen werden.

Kliniken „maximal belastet“

„Wir hatten Mitte Oktober im Land Bremen ein Allzeithoch der Anzahl COVID-Patienten vor allem auf den Normalstationen der Bremer Krankenhäuser von 260 Patienten“, bestätigt der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Notaufnahme im Bremer Rote-Kreuz-Krankenhaus, Dr. Martin Langenbeck, der „Ärzte Zeitung“. Die Kliniken seien maximal belastet gewesen.„Wir haben unter den betroffenen Patienten viele, die im Laufe ihrer Erkrankung kein Paxlovid® gesehen haben“, so Langenbeck.

Dabei hätte es wirksam Krankenhausaufenthalte verhindern können, hätten diese Patienten nur früher das Pfizer-Medikament erhalten. Hier komme es auf die Verordnung binnen der ersten vier bis fünf Tage an nachdem die Symptome aufgetreten sind, danach schließe sich das Fenster der Wirksamkeit wieder. „Vielleicht kann man hier das präklinische Management noch verbessern“, so Langenbeck.

Paxlovid® ist seit dem Frühjahr 2022 in Deutschland zugelassen. „Es setzt die Wahrscheinlichkeit einer Krankenhauseinweisung bei älteren Menschen, die sich infiziert haben, stark herab. Dem Einsatz dieses Medikaments kommt deswegen eine besonders wichtige Rolle zu, es sollte noch viel häufiger eingesetzt werden“, heißt es in dem Schreiben von KV und Ministerin.

Bislang „keine Kritik“ an Verordnungsaufforderung

Zugleich wiesen die Absender darauf hin, dass das Präparat auch schwerwiegende Nebenwirkungen haben könne, vor allem in Verbindung mit anderen Medikamenten. „Wir bitten Sie eindringlich darum, alle zur Verfügung stehenden Behandlungsmaßnahmen zu nutzen, die geeignet erscheinen schwere Krankheitsverläufe bis hin zu Todesfällen zu vermeiden“, so die Absender weiter.

Man wolle mit dem ungewöhnlichen Schritt nicht in die Therapiefreiheit der Niedergelassenen eingreifen, sagt Lukas Fuhrmann, Sprecher der Gesundheitssenatorin. Trotz des Briefes wisse man, dass die Therapiefreiheit ein „hohes Gut“ sei. Fuhrmann: „Wir haben mit einem Proteststurm gerechnet, haben aber bis heute keine Kritik gehört.“ (cben)

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