Appell zum neuen Schuljahr

Ärztekammer Baden-Württemberg wirbt für Schulfach Gesundheit

Die Ärztekammer Baden-Württemberg hat zum Start des neuen Schuljahres die Forderung nach einem eigenen Schulfach Gesundheit erneuert. Die Vorteile lägen auf der Hand, betont Kammerchef Miller.

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 Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Ärztekammer Baden-Württemberg

Bisher werden Gesundheitsaspekte in der Schule nur sporadisch im Rahmen von Projekten und Wahlpflicht-Optionen sowie eingebettet in andere Fächer behandelt: Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Ärztekammer Baden-Württemberg.

© Dr. Oliver Erens

Stuttgart. Die Landesärztekammer Baden-Württemberg hat dafür geworben, dass das Thema Gesundheit „perspektivisch“ ein Schulfach werden sollte. Auf diese Weise könnten junge Menschen im Rahmen ihrer Schulbildung lernen, wie man gesund bleibt und die Gesundheit fördert. Das wäre in Zeiten schwindender Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung ein wichtiger Schritt, heißt es in einer Mitteilung der Kammer vom Donnerstag.

„Die positiven Wirkungen eines Schulfaches Gesundheit liegen auf der Hand“, sagt Kammerpräsident Dr. Wolfgang Miller. Die Politik sollte daher das Bildungswesen personell, finanziell und strukturell stärken, sodass entsprechende Pläne vorangetrieben werden können, fordert er.

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Fest in die Lehrpläne integriertes Schulfach nötig

Bisher würden Gesundheitsaspekte im schulischen Kontext im Rahmen von Projekten und Wahlpflicht-Optionen sowie eingebettet in andere Fächer behandelt. Was dagegen fehle, sei ein systematischer Ansatz durch die Jahrgangsstufen hindurch. Gesundheitsförderung werde im Bio-, Sachkunde- oder Sportunterricht bislang nicht so thematisiert, dass es nachhaltige Effekte haben könne, moniert die Kammer. „Dafür bräuchte es ein eigenes, fest in die Lehrpläne integriertes Schulfach“, so Miller.

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Zudem könne die Etablierung eines Unterrichtsfaches „Gesundheit“ dabei helfen, Kinder und Jugendliche ungeachtet der Herkunft in der Schule zu erreichen und für Gesundheitsprävention zu sensibilisieren.

Der Deutsche Ärztetag hat im Mai dieses Jahres in einem Beschluss mehr Anstrengungen für eine bessere Gesundheitsbildung junger Menschen gefordert. „Kitas und Schulen spielen eine entscheidende Rolle dabei, Kindern und Jugendlichen Wissen und Kompetenzen für eine gesunde Lebensführung zu vermitteln“, sagte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt zur Begründung.

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Der Ärztetag hatte die Kultusministerkonferenz (KMK) aufgefordert, eine länderübergreifend abgestimmte Strategie zu entwickeln, mit der die Förderung der Gesundheitskompetenz von Erziehungs- und Bildungseinrichtungen verankert werden kann. (eb)

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