Multiple Sklerose

Kompetenz bringt mündige Patienten

Eine elektronische Plattform der Uniklinik Dresden soll MS-Patienten helfen, den Behandlungsverlauf kompetent zu begleiten. Das Projekt wird staatlich gefördert.

Veröffentlicht: 15.09.2020, 15:14 Uhr
Sachsens Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Petra Köpping bei der Übergabe des Förderbescheides an (v.l.) Professor Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden, Professor Heinz Reichmann, Direktor der Klinik für Neurologie und Dekan der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden, Dr. Olaf Müller, Geschäftsführer der Carus Consilium Sachsen GmbH, Lars Großmann (Geschäftsführer von MedicalSyn GmbH) und Dr. Hannes Schlieter (TU Dresden).

Sachsens Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Petra Köpping bei der Übergabe des Förderbescheides an (v.l.) Professor Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden, Professor Heinz Reichmann, Direktor der Klinik für Neurologie und Dekan der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden, Dr. Olaf Müller, Geschäftsführer der Carus Consilium Sachsen GmbH, Lars Großmann (Geschäftsführer von MedicalSyn GmbH) und Dr. Hannes Schlieter (TU Dresden).

© Holger Ostermeyer / Uniklinikum Dresden.

Dresden. Die Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) wird am Universitätsklinikum Dresden in eine elektronische Plattform integriert. Damit sollten die Versorgungsqualität, die Patientenzufriedenheit und die Informationstransparenz verbessert werden, teilte das Krankenhaus mit.

Das Vorhaben werde mit Mitteln der EU und des Freistaats Sachsen in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro unterstützt. Bei dem Projekt solle neben der Sicht des Arztes auch die Perspektive des Patienten eine große Rolle spielen.

„Das althergebrachte Rollenverständnis des Patienten, der Therapien und die ärztlichen Entscheidungen passiv hinnimmt, gehört zunehmend der Vergangenheit an“, wird Professor Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums, zitiert.

Gezieltere Leistungsinanspruchnahme

Bei dem neuen Programm sollen Patienten und Angehörige künftig zielgerichtet Leistungen des Gesundheitswesens in Anspruch nehmen, deren Nutzen und Qualität hinsichtlich ihrer individuellen Krankheitssituation besser einschätzen und die Anwendung selbst managen können, ergänzt die Klinik.

„Patienten und Angehörige erhalten dadurch mehr Klarheit über die Erkrankung und den notwendigen Behandlungs- und Versorgungsprozess“, so Professor Heinz Reichmann, Direktor der Klinik für Neurologie und Dekan der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden.

Unnötige stationäre Aufenthalte sowie mehrfache Behandlungen und Untersuchungen ließen sich vermeiden. „Dadurch wird letztlich das Gesundheitswesen entlastet und es werden deutliche Kosteneinsparungen erzielt.“

Das Programm, heißt es weiter, solle MS-Patienten unter anderem ermöglichen, den Behandlungsverlauf von Beginn an zu verfolgen und mit Leistungserbringern zu korrespondieren. Patienten sollen etwa zusätzliche Informationen zu ihrer Erkrankung erhalten und in verständlicher Form Befunde sowie andere medizinisch-relevante Daten wie Medikationshinweise einsehen können. Durch mehr Gesundheitskompetenz würden MS- Erkrankte zu mündigen Patienten und könnten in wichtige therapeutische Entscheidungen eingebunden werden. (sve)

Mehr zum Thema

Corona-Pandemie

Ab Oktober neue Regeln für Coronatests in Sachsen

Uniklinik Dresden

Mini-Tumoren und Metastasen im Visier

Sachsen

Neues Krebszentrum in Dresden eröffnet

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Nette Pipetten: Im ELISA-Assay auf der Suche nach SARS-CoV-2.

Bewertungsausschuss

Corona-Antigentest jetzt EBM-Leistung – neue Labor-GOP 32779

Stress mit dem Chef: Herrscht am Arbeitsplatz ein Klima fehlender Wertschätzung, steigt der Krankenstand, heißt es im Fehlzeiten-Report des WIdO.

WIdO-Fehlzeiten-Report

Wie unfaire Vorgesetzte krank machen

Für zusätzliche Hygienemaßnahmen entstehen Ärzten und Zahnärzten Mehrkosten. Nach GOÄ lässt sich das über die analog anzusetzende GOP 245 abrechnen. Demnächst nur noch einfach.

Corona-Mehrkosten

Hygienepauschale in der GOÄ künftig in abgespeckter Form