Baden-Württemberg

MEDI ruft für Mittwoch zu Praxisschließungen auf

Der MEDI-Verbund lässt es nicht bei einmaligem Protest bewenden und kündigt für Mittwoch erneut Praxisschließungen an. Dabei geht es nicht nur um die abgeschaffte Neupatientenregelung.

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Stuttgart. Aus Ärger über die Gesundheitspolitik des Bundes wollen niedergelassene Ärzte in Baden-Württemberg erneut die Praxen schließen. Am Mittwoch werde der Protest fortgesetzt, sagte Dr. Michael Eckstein, Vizechef von MEDI. Bereits Anfang Oktober hatten sich rund 300 Ärztinnen und Ärzte gegen die Streichung von Extrahonoraren für die Behandlung neuer Patienten gewandt. Die mittlerweile abgeschaffte Neupatientenregelung sollte lange Wartezeiten für einen ersten Termin beim Facharzt reduzieren.

Die Abschaffung sei aber nur eine von vielen politischen Fehlentscheidungen und Entwicklungen, kritisierte MEDI. Leidtragende seien am Ende die Patienten. „Sie werden künftig keinen Termin mehr beim Facharzt bekommen oder es gibt keine Hausärztin mehr in ihrem Ort, weil sich eine Niederlassung einfach nicht mehr lohnt“, sagte Eckstein.

Die Neupatientenregelung bot Ärzten seit 2019 besondere finanzielle Anreize, damit sie in ihrer Praxis neue Patienten aufnehmen und kurzfristig zusätzliche Termine anbieten. Eine Streichung der Regelung bedeutet für die Arztpraxen finanzielle Einbußen.

Die Abschaffung soll nach dem Willen der Bundesregierung einen Beitrag zum Schließen eines Milliardenlochs bei den gesetzlichen Krankenversicherungen leisten. Man wolle mit dem Protest „für die Sicherung der ambulanten Versorgung vor Ort kämpfen“, heißt es auf einem Kampagnenplakat von MEDI, das sich an Patienten richtet.

Der Verbund bietet nach eigenen Angaben am Mittwochmorgen sowohl On-Demand-Fortbildungen als auch digitale Live-Fortbildungen für Ärzte und MFA an, beispielsweise zum Thema multiresistente Keime. (dpa/eb)

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