Frühjahrstagung in Magdeburg
Hausärzteverband will interne Praxis-Prozesse durch Digitalisierung verbessern
Deutschlands Hausärzte sehen sich voll auf einer Linie mit den Zielen des geplanten Digitalgesetzes. Ein Ersatz für den Arzt-Patienten-Kontakt könne Digitalisierung aber nicht sein.
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Große Einigkeit herrschte bei den Delegierten der Frühjahrstagung des Hausärztinnen und Hausärzteverbandes in Magdeburg zu den Chancen der Digitalisierung.
© HÄV / Foto-Atelier Urban
Magdeburg. Auf ihrer Frühjahrstagung in Magdeburg bekannten sich die Delegierten des Hausärztinnen und Hausärzteverbandes klar dazu, interne Prozesse durch Digitalisierung zu verbessern. Sie funktioniere am besten als Unterstützung im Hintergrund, etwa um interne Prozesse, wie Abrechnung oder Dokumentation zu verbessern, sei aber kein Ersatz für den Arzt-Patienten-Kontakt.
Auch Online-Terminvergaben, digitale Wartelisten oder automatisierte Erinnerungen könnten Praxisteams entlasten. „Ein wirklicher Fortschritt wäre, künftig direkt mit Krankenhäusern digital (über KIM) kommunizieren zu können und auf diesem Weg auch Arztbriefe zu versenden“, so der Bundesvorsitzende, Dr. Markus Blumenthal-Beier.
Gerade im hausärztlichen Bereich gebe es aber auch Grenzen: Hausarztmedizin lebt stark vom direkten Gespräch und der persönlichen Einschätzung. Insofern sei die Forderung nach digitaler Ersteinschätzung im Primärversorgungssystem zum Scheitern verurteilt. „Was in der Notfallversorgung gut funktioniert, kann in der regulären Versorgung nicht klappen. Es sei es auch illusorisch, dadurch überflüssige Facharzttermine zu vermeiden. „Wir werden unsere Patienten auch künftig direkt statt über eine Kassen-App befragen“, so der Tenor.
„Krankendaten müssen in Arztpraxis bleiben“
„Die allermeisten Anliegen können wir abschließend klären oder bei komplexen Problemen die Steuerung übernehmen“, so die Bundesvorsitzende Prof. Nicola Buhlinger-Göpfarth. Eine Abfuhr erteilte sie zudem dem geplanten Zugriff der Krankenkassen auf die elektronische Patientenakte (ePA). Krankendaten müssten in der Arztpraxis bleiben und dürften nicht in Hände Dritter gelangen.So war es versprochen und so müsse es bleiben.
Gegen den Versuch von Firmen, Praxen per Fax als Werbeträger zu missbrauchen, wandte sich Sachsen-Anhalts Hausärzte-Chef Dr. Torsten Kudela mit einem entsprechenden Antrag, Es gab dazu aber auch ganz praktische Tipps aus den Reihen der Delegierten: Sofort mit einer Unterlassungserklärung antworten oder aber: Das Fax ganz aus der Praxis verbannen. Das befördere gleichzeitig die Digitalisierung.
Dr. Simon Schwill und Anja Thiemann, Sprecherin vom Ausschuss Angestellte im Berlin-Brandenburger Verband, warben dafür, mehr angestellte Ärzte für den Verband gewinnen. Schwill, der zugleich Leiter des Kompetenzzentrums Weiterbildung in Banden-Württemberg ist, verwies darauf, dass mittlerweile bereits 16.000 Ärzte im hausärztlichen Bereich angestellt sind, einer von vier Kollegen also. (zie)











