Pflege- und Gesundheitsfachberufe

NRW erhöht Kapazitäten bei Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat der zentralen Anerkennungsstelle für Gesundheitsberufe in Münster 29 zusätzliche Stellen in Aussicht gestellt.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:

Münster. Nordrhein-Westfalen schafft zusätzliche Kapazitäten für die Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen in den Gesundheits- und Pflegefachberufen. Nach Angaben von Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) soll die Zentrale Anerkennungsstelle für Gesundheitsberufe (ZAG) bei der Bezirksregierung Münster 29 zusätzliche Stellen zu den bisherigen 67 erhalten.

„Der Fachkräftemangel in den Pflege- und Gesundheitsberufen ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit“, sagte Laumann bei einem Besuch der ZAG. Sie werde allein mit Aus- und Weiterbildung nicht gemeistert werden können. Auch eine gezielte Anwerbung aus dem Ausland für mehr Arbeitskräfte in den Mangelberufen sei notwendig.

„Dafür benötigen wir eine Willkommenskultur bei der Berufsanerkennung, die diesen Namen wirklich verdient und die unnötige bürokratische Hürden abbaut“, betonte der Minister.

2021 mehr als 10.000 Anträge bearbeitet

Seit Juli 2021 ist die ZAG nicht mehr nur für die Anträge auf Approbation von Ärzten, Zahnärzten, Apothekern und Psychotherapeuten aus dem Ausland zuständig, sondern auch für die Anerkennung von Abschlüssen in Pflege- und Gesundheitsfachberufen. Im Jahr 2021 haben die Mitarbeitenden insgesamt 10.518 Anträge auf Berufsanerkennung bearbeitet, davon allein 3384 im Berufsbild Gesundheits- und Krankenpfleger.

Die Erfahrung zeige, dass individuelle Beratung wichtig sei, sagte der Münsteraner Regierungspräsident Andreas Bothe. „Deshalb setzen wir auch fremdsprachliche Kräfte mit multikulturellen Biografien ein.“ Dabei gehe es nicht nur um die Sprache, sondern auch um das unterschiedliche Kultur- und Bürokratieverständnis. „Rund 80 Kandidatinnen und Kandidaten täglich rufen unsere interkulturelle Hotline an“, berichtete Bothe.

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