Schleswig-Holstein

„Perfides Spiel" um die imland-Klinik in Eckernförde?

Auch nach dem Bürgerentscheid zu den imland-Kliniken bleibt die Stimmung angespannt. Der Wille der Bürger werde nicht beachtet, sagen die Initiatoren. Sie befürchten eine „Demontage" der Klinik in Eckernförde.

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Die Initiatoren des Bürgerentscheids fürchten die Demontage der Eckernfördener Klinik.

Die Initiatoren des Bürgerentscheids fürchten die Demontage der Eckernfördener Klinik.

© Imland Klinik Eckernförde

Eckernförde. Einen Monat nach dem Bürgerentscheid zur Zukunft der imland-Klinik im Kreis Rendsburg-Eckernförde wird der Ton zwischen den Initiatoren und den Verantwortlichen in Rendsburg schärfer. In einem offenen Brief kritisieren Eckernförder Hausärzte, dass seit dem Bürgerentscheid mit „gesteigertem Tempo an der Demontage der Eckernförder Klinik gearbeitet" werde.

Damit werfen sie den Verantwortlichen vor, gegen den im Bürgerentscheid geäußerten Willen der Menschen zu agieren. Mit einer Zweidrittel-Mehrheit hatten sich die Menschen im Kreis für die Beibehaltung des bisherigen Leistungsspektrums in Eckernförde ausgesprochen.

Zahlreiche Beispiele für „Demontage"

Als Beleg für ihren Vorwurf führen die beiden in Eckernförde niedergelassenen Allgemeinmediziner Dr. Ulf Ratje und Olaf Carstensen, die in verschiedenen Gremien der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Ort engagiert sind, zehn Maßnahmen an. Dazu gehören nach ihren Aussagen unter anderem:

  • Seit Dezember dürfen in Eckernförde nur noch drei OP-Säle pro Tag betrieben werden.
  • Seit Dezember gebe es nur noch Rufbereitschaft für Anästhesie- und OP-Pflege.
  • Zum 7. Dezember 2022 werden die chirurgischen Betten um weitere zehn Plätze reduziert, geplante Eingriffe müssten abgesagt und verschoben werden.
  • Ab 2023 sei nur noch Rufdienst der Anästhesieärzte vorgesehen.
  • Die Krankengymnastik am Wochenende soll für frisch operierte Patienten eingeschränkt werden.
  • Zwei Vollzeitkräfte des Therapiezentrums würden von Eckernförde nach Rendsburg versetzt.
  • Mitarbeitenden werde empfohlen, sich in Rendsburg zu bewerben, da ihre Arbeit in Eckernförde zukünftig nicht mehr nötig sei.

“Die Liste an Abbaumaßnahmen ist erschreckend und dient dem Ziel, die Chirurgie in Eckernförde bis zur Schließung zu demontieren", heißt es in dem offenen Brief. Dies geschehe nicht etwa, weil Personal oder Patienten fehlten, sondern: „Personal verlässt das Haus, weil ihm Geld und Perspektiven genommen werden." Die Unterzeichner sprechen von einem „perfiden Vorgang" und stellen die Frage, ob der imland-Geschäftsführung und den von ihnen beauftragten Gutachtern noch zu trauen sei.

Hausärzte halten Chirurgie vor Ort für unverzichtbar

Die Hausärzte halten den Erhalt der Grund- und Regelversorgung in Eckernförde für essenziell und den Verlust der Chirurgie und der ZNA für „extrem gefährlich", weil dann die Versorgungssicherheit aus ihrer Sicht nicht mehr gewährleistet wäre. In Zusammenhang mit der Chirurgie verweisen sie auch auf die Situation im ambulanten Bereich.

Nach ihrer Darstellung gibt es im früheren Altkreis Eckernförde lediglich zwei chirurgische Kassenzulassungen – beide im chirurgischen MVZ an der imland Klinik. Schon die aktuelle Besetzung gewährleiste aber keine adäquate allgemeinchirurgische Versorgung, weil nur Unfall- und Gefäßchirurgie vertreten seien. Außerhalb der regulären Sprechzeiten gäbe es ohne die imland Klinik keine chirurgische Notfallversorgung in der Region. (di)

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