Thüringen

Stipendien für Ärzte in Weiterbildung nun in neun Fachgebieten

Das Thüringen-Stipendium für Ärzte in Weiterbildung wird erweitert: Neben Allgemeinmedizin und Augenheilkunde kommen sieben weitere förderfähige Fachgebiete dazu, darunter auch die Pädiatrie.

Von Katrin Zeiß Veröffentlicht: 16.03.2020, 13:35 Uhr
Mit 250 Euro pro Monat werden Ärzte in Weiterbildung beim Thüringen-Stipendium gefördert.

Mit 250 Euro pro Monat werden Ärzte in Weiterbildung beim Thüringen-Stipendium gefördert.

© Andrey Kiselev / stock.adobe.com

Erfurt. In Thüringen weitet die Stiftung ambulante ärztliche Versorgung ihr Stipendienprogramm für Ärzte in der Weiterbildung aus. Wurden bislang Hausärzte und Augenärzte während der Facharztausbildung mit einem monatlichen Stipendium von 250 Euro gefördert, ist das jetzt auch für weitere Fachrichtungen möglich.

Nach einem Beschluss des Stiftungsbeirates betrifft dies die Fachgebiete Allgemeinchirurgie, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kinder- und Jugendmedizin, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie Urologie.

Bei diesen Fachrichtungen sei absehbar, dass es in fünf bis zehn Jahren zu Nachwuchsproblemen in Thüringen kommen könne, sagte Stiftungsgeschäftsführer Jörg Mertz. „Mit der Ausdehnung des Stipendiums wollen wir frühzeitig reagieren.“

125 ehemalige Stipendiaten arbeitet bereits in Praxen

Das sogenannte Thüringen-Stipendium ist Kernprojekt der Stiftung, die im Sommer 2009 von Kassenärztlicher Vereinigung (KVT) und Land Thüringen gegründet wurden. Inzwischen arbeiten bereits 125 ehemalige Stipendiaten in der ambulanten medizinischen Versorgung.

Eine Obergrenze bei der Zahl der ausgereichten Stipendien gebe es wie bisher auch für die neuen Fachgebiete nicht, sagte Mertz. Wie hoch der künftige Finanzbedarf für die Stipendien ist, lässt sich nach seinen Angaben noch nicht absehen. Vorsorglich sei aber schon das Thüringer Gesundheitsministerium um eine finanzielle Zuwendung gebeten worden, sagte die KVT-Vorsitzende Annette Rommel.

Land soll finanzielle Mittel beisteuern

Eine Rückmeldung hat die Stiftung von dort bislang noch nicht erhalten, zeigt sich aber optimistisch, dass dies klappt.

„Die Landesregierung betont ja immer den Stellenwert der Stiftung“, sagte Mertz. „Wir wünschen uns, dass das Land im nächsten Haushalt das Stipendium für Fachärzte unterstützt.“

Nach Zahlen der Landesärztekammer absolvieren derzeit 39 junge Mediziner eine Facharztausbildung in der Allgemeinchirurgie, 30 in der Dermatologie, 43 in der HNO und 124 in der Kinder- und Jugendmedizin. In der Neurologie streben 165 Mediziner den Facharzt an, in Psychiatrie/Psychotherapie 88 und in der Urologie 58. In der Allgemeinmedizin sind es 263 und in der Augenheilkunde 41.

Weitere Stiftungspraxen geplant

Laut Kammer können in diesen Zahlen jedoch auch Doppelzählungen enthalten sein. Es komme immer wieder vor, dass Mediziner während der Facharztweiterbildung das Fachgebiet wechseln, sagte eine Kammersprecherin. Nicht immer informieren Ärzte aber die Kammer über einen Wechsel.

Die Stiftung fördert außerdem Praktika von Medizinstudenten und betreibt in unterversorgten Regionen Eigeneinrichtungen mit angestellten Ärzten. In diesem Jahr sollen Stiftungspraxen unter anderem im Südthüringen hinzukommen.

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