Landeskabinett beschließt

Telenotarzt soll bayernweit ausrücken

Landeskabinett rollt Pilotprojekt aus und will 442 Millionen Euro für Krankenhausbau investieren.

Veröffentlicht: 09.07.2019, 15:23 Uhr

MÜNCHEN. Bayern will das Pilotprojekt „Telenotarzt“ landesweit ausrollen. Das hat das Landeskabinett am Dienstag beschlossen.

Das im Dezember 2017 in Straubing gestartete Vorhaben habe sich bewährt. Dabei seien mit 21 telemedizinisch ausgestatteten Rettungswagen und dem Telenotarzt in der Leitstelle „hervorragende“ Erfahrungen gemacht worden.

Der Telenotarzt solle nun stufenweise landesweit eingeführt werden. Dazu soll das bayerische Rettungsdienstgesetz angepasst werden. Eine Finanzierungszusage der Kassen als Kostenträger steht noch aus.

Das Landeskabinett gab am Dienstag auch das Startsignal für 17 Krankenhausbauvorhaben. Dafür will der Freistaat in den Jahren 2020 bis 2023 rund 442 Millionen Euro investieren. Größtes Einzelprojekt sind Baumaßnahmen an der Klinik München Harlaching, für die etwa 157 Millionen Euro angesetzt sind.

643 Millionen Euro für Krankenhaus-Förderetat

Das Förderprogramm mache deutlich, „dass wir es ernst meinen mit gleichwertigen Lebensverhältnissen im ganzen Land“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Mittelfranken sei „mit vier wichtigen neuen Projekten“ dabei, besonders in Nürnberg mit der Cnopf’schen Kinderklinik, so Söder. 2021 solle eine umfangreiche Sanierung im Umfang von rund 46 Millionen Euro beginnen.

Der jährliche Krankenhausförderetat von rund 643 Millionen Euro werde fortgeführt. Der Freistaat komme damit „seiner Finanzierungsverantwortung im Bereich der Krankenhausinvestitionsförderung vorbildlich nach“, sagte Landesgesundheitsministerin Melanie Huml. Die Investitionen je Einwohner lägen mit 49 Euro über dem Durchschnitt der Länder (35 Euro).

Beschlossen hat das Kabinett zudem das Konzept für das hochschulübergreifende Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF). Ziel ist es, die Kräfte aller sechs Universitätskliniken im Land zu bündeln. Wissenschaftlern soll es dadurch möglich sein, standortübergreifend gemeinsame Strukturen zu nutzen.

Krebspatienten im Freistaat sollen die Gelegenheit erhalten, an „frühen klinischen Studien“ teilzunehmen, um rasch von neuen Therapieoptionen profitieren zu können. (sct/fst)

Lesen Sie dazu auch: Bundesratsinitiative: Bayern will Sicherheit für Notfallsanitäter

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