Kommentar zur Kliniklage Schleswig-Holstein

Transparenz ist unerlässlich

Kliniken sind wirtschaftlich unter Druck – manche müssen sich verkleinern, andere schließen. Diese Veränderungen müssen transparent gemacht werden, auch wenn das anstrengend werden kann.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:

Eine stationäre Versorgung, die wohnortnah alle Wünsche erfüllt und trotzdem bezahlbar bleibt: Von dieser Illusion hat sich noch nicht jeder in der Bevölkerung verabschiedet. Das zeigte auch die Informationsveranstaltung der imland Klinik im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Der subventioniert seinen Klinikbetrieb an zwei Standorten derzeit mit 18 Millionen Euro im Jahr und muss vermeiden, dass sich das wiederholt.

Klar ist, dass dies nicht ohne Veränderungen funktioniert. Die Klinik setzt auf Transparenz, informiert Beschäftigte und Bevölkerung frühzeitig. Diese Transparenz erschwert das weitere Arbeiten zunächst: Eine verunsicherte Bevölkerung demonstriert gegen Einschnitte und Mitarbeiter schauen sich nach einer neuen Arbeitsstelle um.

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Trotzdem ist die Transparenz richtig und müsste sogar noch weitergehen als bislang. Welche Abteilung erwirtschaftet Defizite und warum? Liegt es daran, dass das DRG-System diese Leistungen nicht angemessen honoriert oder liegt es an mangelnder Nachfrage der Bevölkerung? Diese Antworten sind wichtig, wenn man Akzeptanz für ein neu zugeschnittenes medizinisches Angebot erwartet.

Sie würden auch bei der Entscheidung helfen, ein Angebot als wichtig genug einzustufen, um es trotz Defizits vorzuhalten – mit den entsprechenden Konsequenzen für den Steuerzahler. Der trägt in Rendsburg-Eckernförde für 2021 die 18 Millionen Euro Defizit zusätzlich. Dieses Geld für den Klinikbetrieb fehlt entweder an anderer Stelle oder es muss auf die Kommunen und damit auf die Bürger umgelegt werden.

Es ist gut, wenn sich Einwohner über diese Bedingungen Gedanken machen und der Politik zeigen, in welche Richtung sie tendieren. Für die Diskussion in Eckernförde fehlten dafür noch die Fakten.

Schreiben Sie dem Autor: gp@springer.com

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