Krebs, Rheuma, Augen und Co

Uniklinik Mannheim punktet bei Selbsthilfe

Als erstes Krankenhaus in Deutschland ist das Universitätsklinikum Mannheim zum fünften Mal in Folge als ‚selbsthilfefreundliches Krankenhaus‘ ausgezeichnet worden.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:
Die Uniklinik in Mannheim setzt auf die enge Einbindung der Selbsthilfevereinigungen.

Die Uniklinik in Mannheim setzt auf die enge Einbindung der Selbsthilfevereinigungen.

© Wolfram Kastl/picture alliance

Mannheim. Am Universitätsklinikum Mannheim finden regelmäßig montags nachmittags Beratungstermine unterschiedlicher Selbsthilfevereinigungen statt. Die Termine und Gruppen werden auf der Homepage der Unimedizin Mannheim (UMM) veröffentlicht. Darüber hinaus arbeiten in einem „Qualitätszirkel Selbsthilfe“ die Gruppen gemeinsam mit dem Gesundheitstreffpunkt Mannheim und der UMM daran, die Zusammenarbeit weiter auszubauen.

An der UMM stehen die Zeichen also konsequent auf die Einbindung verschiedener Selbsthilfegruppen. Als erstes Krankenhaus in Deutschland ist das Universitätsklinikum Mannheim nach eigenen Angaben nun zum fünften Mal in Folge als ‚selbsthilfefreundliches Krankenhaus‘ ausgezeichnet worden.

Die Auszeichnung wird an Kliniken verliehen, die die Qualitätskriterien des Netzwerks „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“ (SPiG) erfüllen und so die Arbeit von Selbsthilfegruppen unterstützen.

Zehn Krebsselbsthilfegruppen aktiv

Die involvierten Selbsthilfegruppen erstrecken sich von den Angststörungen über Augenerkrankungen, Leber-, neurologische und Nierenerkrankungen, Rheuma, Sarkoidose, Schmerz und Tinnitus bis zu Krebs.

Allein zehn onkologische Selbsthilfegruppen sind am Mannheimer Uniklinikum aktiv: der Arbeitskreis der Pankreatektomierten, die Frauenselbsthilfe Brustkrebs und gynäkologische Tumoren, das BRCA-Netzwerk – Hilfe bei familiären Krebserkrankungen, die Deutsche ILCO Region Rhein-Neckar, die Selbsthilfegruppe Stoma und Darmkrebs, die Leukämie- und Lymphomhilfe Metropolregion Rhein-Neckar, die Selbsthilfegruppe Lungenkrebs, die Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Rhein-Neckar, die Selbsthilfegruppe Schilddrüsenkrebs, die MPN (Myeloproliferative Neoplasien) – Selbsthilfe Rhein-Neckar sowie die Selbsthilfe Hirntumor Rhein-Neckar.

Positive Effekte des gemeinsamen Unterfangens

„Selbsthilfegruppen sind Experten für spezielle gesundheitliche Probleme aus Sicht der Betroffenen“, erläutert Professor Hans-Jürgen Hennes, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des Universitätsklinikums Mannheim. Und ergänzt: „Daher arbeiten wir schon seit vielen Jahren mit Selbsthilfegruppen und dem Gesundheitstreffpunkt Mannheim zusammen.“

Geschäftsführer Freddy Bergmann weist auf die positiven Effekte des gemeinsamen Unterfangens hin: „So unterstützen wir unsere Patienten beim Umgang mit einer chronischen Erkrankung und tragen dazu bei, ihre Lebensqualität trotz aller unvermeidlicher Beeinträchtigungen zu verbessern.

Mit der Auszeichnung weist die betreffende Gesundheitseinrichtung laut SPiG nach, dass sie ihr ärztliches und pflegerisches Handeln durch das Erfahrungswissen der Selbsthilfe erweitert hat und nachhaltig den Kontakt zwischen Patienten und der Selbsthilfe fördert. Erfolgreich sei die Umsetzung des Konzeptes dann, wenn es in allen selbsthilferelevanten Abteilungen/Fachkliniken umgesetzt werde und alle Qualitätskriterien der Selbsthilfefreundlichkeit mit entsprechenden Zielen und mindestens einer konkreten Maßnahme hinterlegt sind.

Selbsthilfe checkt Situation vor Ort

Die Beurteilung, inwieweit die vereinbarten Ziele erreicht wurden, erfolgt vor Ort in der„Selbstbewertung“ durch die am Qualitätszirkel Selbsthilfefreundlichkeit beteiligten Vertreter der Selbsthilfe.

Pro Qualitätskriterium muss mindestens ein Ziel seitens der Selbsthilfe mit mindestens „überwiegend erreicht“ bewertet werden. Die Bewerbung für die Auszeichnung erfolgt beim SPiG, kostet 1200 Euro netto.

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