Kliniken

Viel Zustimmung für neue Krankenhausplanung in NRW

Neuausrichtung orientiert sich mehr an medizinischen Leistungen und weniger an der Zahl der Klinikbetten.

Veröffentlicht: 09.10.2020, 17:34 Uhr

Düsseldorf. Die vom nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) geplante Neuaufstellung der Krankenhausplanung weg von der Orientierung an Betten hin zu medizinischen Leistungen kommt sowohl bei den Ärztekammern als auch den Krankenkassen gut an.

Anlässlich der ersten Lesung des „Dritten Gesetzes zur Änderung des Krankenhausgestaltungsgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen“ im Düsseldorfer Landtag begrüßten die Ärztekammern Nordrhein (ÄKNo) und Westfalen-Lippe (ÄKWL) die Neuausrichtung. Die COVID-19-Pandemie habe den Wert der starken Krankenhauslandschaft in NRW vor Augen geführt, sagt ÄKNo-Präsident Rudolf Henke. Diese Stärke müsse ausgebaut und zukunftsfest gemacht werden. „Deswegen ist es richtig, dass die neue Planung auf eine noch bessere Strukturierung, auf sinnvolle Aufgabenteilung und auf mehr Kooperation der Krankenhäuser untereinander und mit niedergelassenen Ärzten setzt“, betont Henke.

„DRG-Reform sollte als nächstes kommen“

Die neue Systematik der Krankenhausplanung schaffe die Voraussetzungen, um die Intensivmedizin und die Infektiologie konsequent zu stärken, lobt ÄKWL-Präsident Dr. Hans-Albert Gehle. „Zu einer neuen Krankenhausplanung gehören aber auch eine entsprechende Krankenhausinvestitionsfinanzierung und die überfällige Reform des DRG-Systems in der Krankenhausvergütung.“

Die Aufstockung der Investitionsmittel darf kein Einmaleffekt bleiben, findet Gehle. Zudem solle sich NRW entschieden für eine „Reform des kranken DRG-Systems“ einsetzen.

Kassen setzen auf Chancen der Spezialisierung

Für die Krankenkassen in NRW lobt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest, das Gesetzesvorhaben als „richtungsweisende Entwicklung in der Krankenhausplanung“. Es sei die Grundlage für die dringend benötigte Strukturreform der Krankenhauslandschaft im bevölkerungsreichsten Bundesland. Dazu gehöre, dass sich Kliniken zu größeren Einheiten zusammenschließen und sich fachlich spezialisieren. „Die Konzentration von Krankenhausstandorten ermöglicht einen zielgerichteten ärztlichen und pflegerischen Personaleinsatz“, nennt er einen weiteren Vorteil aus Sicht der Kassen. Dabei sei es ihnen wichtig, dass bei der Bündelung von Leistungen auch in ländlichen Regionen eine flächendeckende Versorgung sichergestellt wird, sagt Ackermann. (iss)

Mehr zum Thema

Corona-Infektionsgeschehen

Immer mehr Kreise im roten Bereich

NRW / Innovationsfonds-Projekt

Gesundheitspreis für Bezugsärzte

COVID-19-Pandemie

NRW stockt Mittel für Gesundheitsämter auf

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Medizinhistoriker Prof. Karl-Heinz Leven erklärt, warum die Medien eine wichtige Rolle in der öffentlichen Pandemie-Debatte spielen und auf emotionale Sprachbilder von Experten besser verzichtet werden sollte.

Europäischer Gesundheitskongress

„Wir haben einen Corona-Dauerlauf vor uns“

Notfallversorgung: Eine aktuelle Umfrage unter deutschen Stroke Units zeigt, dass mehr als die Hälfte aller Schlaganfalleinheiten in den Wochen des Lockdowns in Frühjahr jeweils rund 20 bis 30 Prozent weniger Schlaganfälle behandelt haben als in Vergleichszeiträumen.

Zweite COVID-19-Welle

Schlaganfallversorgung darf nicht wieder einbrechen!

Berichten von durchgehend positiven Erfahrungen nach der Niederlassung als Allgemeinmediziner: Dr. Laura Dalhaus und Dr. Tobias Samusch.

Zwei Ärzte berichten

Erfüllender Quereinstieg in die Allgemeinmedizin