Editorial

40 Jahre Ärzte Zeitung: Zeit für Veränderungen

1982 wagte die Ärzte Zeitung etwas völlig Neues. Vieles hat sich seither geändert – auch im Alltag von Ärztinnen und Ärzten. 40 Jahre später ist es an der Zeit, wieder etwas Neues zu wagen.

Denis NößlerVon Denis Nößler Veröffentlicht:
Die 1980er-Jahre waren einfarbig: Am 1. Oktober 1982 erschien die erste Tageszeitung für Ärztinnen und Ärzte in Deutschland – ein Novum. 40 Jahre später ist es an der Zeit, wieder etwas Neues zu wagen. Am Wochenende (Erscheinung donnerstags) soll Ihre neue Ärzte Zeitung (im Bild rechts, neues Format) zur Entschleunigung beitragen, zum Verweilen, zur Inspiration, manchmal auch zum Schmunzeln. 

Die 1980er-Jahre waren einfarbig: Am 1. Oktober 1982 erschien die erste Tageszeitung für Ärztinnen und Ärzte in Deutschland – ein Novum. 40 Jahre später ist es an der Zeit, wieder etwas Neues zu wagen. Am Wochenende (Erscheinung donnerstags) soll Ihre neue Ärzte Zeitung (im Bild rechts, neues Format) zur Entschleunigung beitragen, zum Verweilen, zur Inspiration, manchmal auch zum Schmunzeln.

© Ärzte Zeitung

Als am 1. Oktober 1982 die Ärzte Zeitung als damals erste Tageszeitung für Ärztinnen und Ärzte erschien, war das ein Novum: jeden Tag das Neueste aus Wissenschaft, Medizin, Gesundheitspolitik und Selbstverwaltung frisch gedruckt auf den Tisch. Heute ist nicht nur die Welt eine andere, auch die Art und Weise, wie wir uns und Sie in Praxis und Klinik informieren, ist eine andere. Und auch das Gesundheitswesen, nicht nur das in der Bundesrepublik, ist ein anderes. Es ist ein komplexeres. Mit noch mehr Akteuren und ihren jeweiligen Interessen.

Vermutlich kommen Ihnen diese Worte bekannt vor? In der Ausgabe am 14. Januar hatte ich sie gewählt – und Ihnen damals den „Beginn einer Veränderung Ihrer Ärzte Zeitung“ versprochen: „Neues entdecken, Bewährtes besser machen.“ In den letzten Monaten hat das gesamte Team der Ärzte Zeitung gebrütet und gegrübelt, recherchiert und konzipiert, Ideen entwickelt, verworfen, wieder neu begonnen. Das Ziel: Ein neues journalistisches Format für Ärztinnen und Ärzte zu entwickeln, das sie nicht nur im Berufsalltag unterstützt, sondern das sie inspiriert, zur Entschleunigung beiträgt, Komplexität entwirrt. Heute halten Sie die erste Ausgabe Ihrer neuen Ärzte Zeitung in den Händen.

Wissensflut: Fluch und Segen

Täglich sind wir einer Informationsflut ausgesetzt. Die digitalen Medien haben die Demokratisierung von Informationsflüssen ermöglicht. War es seinerzeit edle, aber eben auch exklusive Aufgabe von Verlegern, Publizisten und Druckern, Nachrichten und Wissen mittels Papier, Farbe und Zustellern zu Frau und Mann zu bringen, kann per Internet jeder und jede von uns publizieren. Dito der Zugang zu Informationen: Statt diverser Bibliotheksausweise (die man sich erst einmal leisten können musste), steht das Wissen der Welt jederzeit potenziell allen Menschen zur Verfügung.

So auch für Ärztinnen und Ärzte: Verbände, Fachgesellschaften, Kammern oder KVen können ihre Informationen ohne große Kosten und Mühen digital und direkt an ihre Mitglieder bringen. Heute nennen wir das normal, mit Blick von vor zwanzig Jahren sollten wir es eine Revolution nennen. Oder denken Sie nur an Open Access, wo der Verlag der Ärzte Zeitung, Springer Nature, im Übrigen weltweiter Vorreiter ist: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse werden nicht mehr hinter Barrieren publiziert, sondern sind für jederfrau und jedermann zugänglich. Für Nachrichten, auch aus dem Gesundheitswesen, genügt heute Twitter, um „up to date“ zu bleiben. Eine Zeitung braucht es dafür nicht.

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Für Ärztinnen und Ärzte bieten wir unser E-Paper kostenlos an. Jeden Mittwochabend steht den Leserinnen und Lesern die neue Ausgabe der gedruckten Ärzte Zeitung als E-Paper zur Verfügung.

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Doch mit jedem zusätzlich verfügbaren Wissenshäppchen, jeder zusätzlichen Schlagzeile steigt der Bedarf nach Einordnung, die Notwendigkeit, zwischen den Zeilen zu lesen, Hintergründe zu verstehen und die praktische Auswirkung auf den klinischen Alltag zu verstehen.

Die Kehrseite der Massenpublizität ist zum Einen das Risiko für Überforderung. Denken Sie nur an die Coronavirus-Pandemie: Über 280 .000 Einträge wissenschaftlicher Publikationen verzeichnet Pubmed seit Beginn der Pandemie. Hinzukommen unzählige Preprints.

Und mittlerweile ist es nicht selten, dass wissenschaftlicher Diskurs, wenigstens der Versuch, via Twitter stattfindet. Selbst Wissenschaftler fragen sich zu Recht, wer all diese neuen Informationen, die in Bruchteilen von Sekunden aufblitzen und wieder verschwinden, lesen, verstehen und kritisch durchschauen soll.

Die weitere Kehrseite ist der Wettbewerb der Medien – mit Blick auf die Medizin: der Fachmedien. Wollen sie gelesen werden, müssen sie um Aufmerksamkeit buhlen. In manchen Mediengattungen ist ein veritables „Bullshit-Bingo“ entstanden, von Nonsense-Meldungen, die mit reißerischen Titelzeilen Klicks produzieren sollen, das sogenannte Clickbaiting. Für Verlage geht es um nicht weniger als Abo- und Werbeeinnahmen, ihre Existenzgrundlage.

Fokus aufs Wesentliche

Die Rolle des Journalismus muss sich ändern. Unsere Aufgabe muss es sein, Türen zu öffnen, die andernfalls verschlossen blieben, die Hintergründe einer Nachricht zu erklären, mithin ist es unsere – gar nicht so neue – Aufgabe, den Text zwischen den Zeilen aufzuschreiben. Das verstehen wir gerade im 40. Jahr der Ärzte Zeitung als Verpflichtung zur Veränderung.

Im Rahmen einer großen Studie mit Leserinnen und Lesern haben wir die Informationsbedürfnisse von Ärztinnen und Ärzten untersucht. Zwei Dinge stechen hervor: Sie werden mit Lektüre überschüttet. Und Sie wünschen sich einen kompakten, raschen aber fundierten und qualitativ hochwertigen Überblick über das Wesentliche für den (Berufs-)Alltag.

Das bringt Ihnen Ihre neue Ärzte Zeitung, pünktlich fürs Wochenende an jedem Donnerstag: Statt des bisherigen Berliner Formats, das einige unhandlich fanden, halten Sie nun ein Rheinisches Tabloid-Format in den Händen – auf einem hochwertigeren Papier und mit deutlich verbesserter Druckqualität. Die klassische Nachricht, die wollen wir Ihnen am Abend nach Praxis oder Krankenhaus, am Wochenende ersparen. Den täglichen Überblick finden Sie online auf www.aerztezeitung.de.

Am Wochenende aber soll Ihre neue Ärzte Zeitung zur Entschleunigung beitragen, zum Verweilen, zur Inspiration, manchmal auch zum Schmunzeln. Deswegen legen wir ab sofort durchgängig den Fokus auf Tipps und Tricks, auf Persönliches, auf hintergründige, analytische Berichte, ja auch auf launige Reportagen und Interviews.

Das Jahr ist noch immer jung, heute schlagen wir mit Ihnen ein neues Kapitel Ihrer Ärzte Zeitung auf. Aber wir haben uns noch viel vorgenommen, Ihre Ärzte Zeitung zu einer verlässlichen, kritischen und inspirierenden Begleiterin durch den Alltag zu machen. Seien Sie gespannt! Und wenn Sie mögen, schreiben Sie uns, was Sie von den Änderungen halten. Vor allem: Bleiben Sie uns gewogen! Und wagen Sie mit uns einen frischen Blick!

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