3. Preis Charity Award 2023

Bis ins hohe Alter zu Hause leben – das Seniorennetzwerk Schwäbisch Gmünd macht das möglich

Zu Hause leben bis zuletzt – das wünschen sich viele alte Menschen. Aber wie soll das funktionieren? In Schwäbisch Gmünd ist ein Netzwerk entstanden. Es zeigt deutlich, dass es mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer unter professioneller Anleitung durchaus Handlungsoptionen gibt. Als Auszeichnung dafür gibt es den 3. Preis des Springer Medizin Charity Awards.

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Moderatorin Yve Fehring (l.)  im Gespräch mit Vertretern des Seniorennetzwerks Schwäbisch Gmünd, das den 3. Preis des Charity Awards holte: Gesamtkoordinatorin Karolina Gorjainow und Christian Baron, Erster Bürgermeister von Schwäbisch Gemünd.

Moderatorin Yve Fehring (l.) im Gespräch mit Vertretern des Seniorennetzwerks Schwäbisch Gmünd, das den 3. Preis des Charity Awards holte: Gesamtkoordinatorin Karolina Gorjainow und Christian Baron, Erster Bürgermeister von Schwäbisch Gemünd.

© David Vogt

Sie kommen mit ihren Musikinstrumenten, besuchen alte Menschen, singen und bereiten Seniorinnen und Senioren zu Hause mit dem Musizieren viel Freude. Mit Liedtexten und Melodien werden Emotionen, Erinnerungen und das Bewusstsein für längst vergangene Zeiten geweckt.

Älteren Menschen ist es meist ein Bedürfnis, möglichst lange und weitgehend selbstständig in der eigenen Wohnung und der vertrauten Umgebung leben und auch sterben zu können. Aber die Realität ist nicht selten frustrierend. Die Kinder sind oft weit weg und Nachbarschaftshilfe ist nicht selbstverständlich.

So brauchen ältere Menschen häufig Unterstützung bei der Bewältigung ihres Alltags, oft sind sie auf Pflege angewiesen, die von professionellen Diensten geleistet wird. Aber die Herausforderungen im Leben dieser Menschen sind groß und können nicht ausschließlich professionell gemeistert werden.

Ehrenamtliche übernehmen die Verantwortung

Genau an diesem Punkt setzt das Seniorennetzwerk Schwäbisch Gmünd an. Ehrenamtliche übernehmen Verantwortung, und das in völlig unterschiedlichen Bereichen. Es sind unterschiedliche Bausteine, mit denen das Netzwerk Versorgungslücken schließt und einen wichtigen Beitrag für das Leben von Seniorinnen und Senioren leistet.

„Bei uns wissen die Bürger, sie müssen selbst mit anpacken, wenn sie etwas erreichen wollen“, sagt der Bürgermeister von Schwäbisch-Gmünd, Christian Baron bei der Verleihung des 3. Preises beim Springer Charity Award an das Seniorennetzwerk seiner Stadt.

Springer Medizin Gala 2023: die Preisverleihung

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Die Gala im Video: Die Verleihung des Galenus-von-Pergamon-Preises und des Charity Awards am 19. Oktober 2023 in Berlin.

Aber nicht nur für die Senioren sei das Netzwerk positiv, sondern auch für die ehrenamtlichen Helfer, versichert die Gesamtkoordinatorin des Netzwerks Karolina Gorjainow bei der Preisverleihung in Berlin. Viele junge Menschen profitieren von der Lebensweisheit, die ihnen die Senioren mitgeben. Es ist ein Mehrwert für alle Generationen“, so Gorjainow.

Einer der Bausteine des Netzwerks ist zum Beispiel der Mittagstisch „unter d´Leut“, der an sieben Tagen die Woche in wechselnden Stadtteilbegegnungsstätten Schwäbisch Gmünds stattfindet. Das Mittagessen in geselliger Runde können sich auch ältere Menschen mit wenig Einkommen leisten, da das Angebot von den Gmünder Stadtwerken finanziell unterstützt wird.

Ein weiterer Baustein ist das „Morgenohr“, ein regelmäßiger Anrufdienst bei allein lebenden älteren Menschen. Und dann ist da zum Beispiel die „Brücke aus der Klinik in den Alltag“, die nach Klinikaufenthalt vorübergehend Unterstützung für Betroffene anbietet.

Das Leben älterer Menschen bereichern

Das Seniorennetzwerk Schwäbisch Gmünd ist inzwischen vielfach gewürdigt worden – als ein herausragendes Beispiel für gelungene Gemeinschaftsinitiativen mit dem Ziel, das Leben älterer Menschen zu bereichern und ihre Bedürfnisse zu erfüllen.

Vor allem in der Pandemie habe sich das Netzwerk bewährt, berichtet Bürgermeister Baron. Viele ältere Menschen hätten sehr unter der Einsamkeit gelitten und da habe man in Schwäbisch-Gmünd auf die bestehenden Strukturen zurückgreifen können. Die Helfer mussten sich nicht erst organisieren, sondern konnten gleich loslegen, berichtete Baron stolz.

Springer Medizin Gala 2023

Die Preisverleihung des Galenus-von-Pergamon-Preises und des Springer Medizin Charity Awards in Bildern: Impressionen der Springer Medizin Gala 2023.
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Springer Medizin Gala 2023 fand am 19. Oktober 2023 in Berlin statt.
Bereit für ein besonderes Event: Die Springer Medizin Gala 2023 fand am 19. Oktober 2023 in Berlin statt.

© David Vogt

Wohl gestimmt trafen die Besucher am frühen Donnerstagabend im Axica in Berlin ein – in freudiger Erwartung auf Dinner und Preisverleihung.
Wohl gestimmt trafen die Besucher am frühen Donnerstagabend im Axica in Berlin ein – in freudiger Erwartung auf Dinner und Preisverleihung. Im Saal waren die Tische bereits festlich eingedeckt.

© David Vogt

Mit der Galenus-von-Pergamon-Medaille werden Forschungsprojekte und Arzneimittel im pharmazeutischen Bereich ausgezeichnet.
Mit der Galenus-von-Pergamon-Medaille werden herausragende Arzneimittel-Innovationen und pharmazeutische Grundlagenforschung in Deutschland ausgezeichnet.

© David Vogt

Moderation Yve Fehring und Wolfgang van den Bergh
Bewährtes Team: Yve Fehring und Wolfgang van den Bergh haben die Gala wie in den Vorjahren moderiert.

© David Vogt

Die Eröffnungsrede gab Fabian Kaufmann, Vorsitzender der Geschäftsführung Springer Medizin Verlag GmbH.
Die Eröffnungsrede hielt Fabian Kaufmann, Vorsitzender der Geschäftsführung des Springer Medizin Verlags.

© Marc-Steffen Unger

Bettina Stark-Watzinger, Bundesministerin für Bildung und Forschung, ist Schirmherrin des Galenus-von-Pergamon-Medaille.
Bettina Stark-Watzinger, Bundesministerin für Bildung und Forschung, ist Schirmherrin des Galenus-von-Pergamon-Preises. In einer Videobotschaft lobte sie die Ausdauer der Forscherinnen und Forscher auf dem langen Weg zu einem neuen Medikament.

© Marc-Steffen Unger

Professorin Marianne Dieterich, Vize-Präsidentin Galenus-Jury & Stiftungsprofessur für Forschung Ludwig-Maximilians-Universität München, verleiht die Galenus-Medaille für Grundlagenforschung.
Professorin Marianne Dieterich, Leiterin der Abteilung Neurologie der Universität München sowie Mitglied der Jury des Galenus-von-Pergamon-Preises, bei der Laudatio für die Gewinner der Galenus-Medaille für Grundlagenforschung.

© Marc-Steffen Unger

Ein Team der Uni München wurde mit dem Galenus-Preis für Grundlagenforschung aus...
Ein Team der Uni München wurde mit dem Galenus-Preis für Grundlagenforschung ausgezeichnet: PD Dr. Tobias Petzold, Dr. Manuela Thienel und Dr. Johannes Müller-Reif. Die Arbeitsgruppe hat untersucht, warum chronisch Gelähmte und Braunbären im Winterschlaf kein erhöhtes Thromboserisiko haben.

© David Vogt

Professor Erland Erdmann ist der Jurypräsident Galenus sowie ehemaliger Direktor der Medizinischen Klinik III  Herzzentrum der Universität zu Köln
Professor Erland Erdmann ist Vorsitzender der Galenus-Jury sowie ehemaliger Direktor der Medizinischen Klinik III Herzzentrum der Universität Köln. Er erläuterte die Entscheidungen der Jury für die Preisträger in den Kategorien Primary Care, Specialist Care und Orphan Drugs.

© Marc-Steffen Unger

Wolfgang van den Bergh (l.) mit den Galenus-Preisträgern (v.l.): Jean-Luc Delay ...
Wolfgang van den Bergh (l.) mit den Galenus-Preisträgern (v.l.): Jean-Luc Delay von Takeda, Daniel Ghyssels von Immunocore, Dr. Dirk Holler von Novartis und PD Dr. Tobias Petzold von der LMU.

© Marc-Steffen Unger

Möglichkeit zum Netzwerken gab es bei der Springer Medizin Gala 2023.
Bei der Gala wurden nicht nur Preise verliehen, es gab zudem zahlreiche Möglichkeiten zum Netzwerken.

© David Vogt

Nicht nur die Galenus-Medaille, sondern auch der Charity-Award wird bei der Springer Medizin Gala vergeben. Geehrt mit dem Charity-Award werden ehrenamtliche Tätigkeiten.
Verliehen wurde an diesem Abend auch der Charity Award, mit dem Springer Medizin das herausragende ehrenamtliche Engagement von Stiftungen, Organisationen und Institutionen auszeichnet, die sich in besonderer Weise der Gesundheitsversorgung in Deutschland verpflichtet fühlen.

© David Vogt

Professorin Monika Kellerer, Jurypräsidentin für den Charity Award und Ärztliche...
Professorin Monika Kellerer, Jurypräsidentin für den Charity Award und Ärztliche Direktorin, Zentrum für Innere Medizin 1, Marienhospital Stuttgart bei der Laudatio für die Preisträger.

© Marc-Steffen Unger

Den ersten Platz gewann das Gesundheitskollektiv Berlin e.V. Projektmanagerin Dr...
Den ersten Platz gewann das Gesundheitskollektiv Berlin e.V. Projektmanagerin Dr. Patricia Hänel nahm den Preis begeistert entgegen.

© Marc-Steffen Unger

Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach ist Schirmherr des Charity A...
Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach ist Schirmherr des Charity Awards. In seiner Festrede meldete er Protest gegen die Entscheidung der Jury an: Alle Preisträger hätten den ersten Preis verdient gehabt, meinte er.

© Marc-Steffen Unger

Nach seiner Rede musste der Minister schnell weiter, um im Bundestag tief in der...
Nach seiner Rede musste der Minister schnell weiter, um im Bundestag tief in der Nacht zum Krankenhaustransparenzgesetz zu sprechen, das im Parlament zur Abstimmung stand.

© Marc-Steffen Unger

Zum Abschluss ein Gruppenfoto mit den Gewinnern der Galenus-Medaillen und den Ch...
Zum Abschluss ein Gruppenfoto mit den Gewinnern der Galenus-Medaillen und den Charity-Award-Preisträgern sowie den Jury-Mitgliedern und Sponsoren.

© David Vogt

Das Grundgerüst des Netzwerks bilden mehr als 120 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die durch umfangreiche Schulungsreihen auf die Arbeit mit den hilfebedürftigen Seniorinnen und Senioren vorbereitet werden. So wurden etwa seit 2011 mehr als 150.000 ehrenamtliche Stunden geleistet.

Ein Teil der Hilfen wird von professionellen Diensten übernommen. Durch ihr Engagement und die Angebote trägt das Projekt dazu bei, dass ältere Menschen in Schwäbisch Gmünd ein aktives und erfülltes Leben führen können, das von sozialer Verbundenheit und gegenseitiger Unterstützung geprägt ist.

Das Seniorennetzwerk wächst und wächst

Das Netzwerk ist eine Initiative des Amtes für Familie und Soziales der Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd. Alles steht und fällt dabei mit der Arbeit einer Koordinationsstelle, die von einer qualifizierten Fachkraft geleitet wird. Sie arbeitet eng mit den Verantwortlichen und ehrenamtlich Engagierten der einzelnen Bausteine des Seniorennetzwerkes und professionellen Anbietern sozialer Dienstleistungen zusammen.

Diese gute Kooperation gewährleistet eine unkomplizierte Vermittlung benötigter Hilfen aus einer Hand. Wichtig bei diesem Konzept ist die Schulung der ehrenamtlichen Fachkräfte. Die Finanzierung erfolgt durch bewilligte Projektanträge nach Paragraf 45 d SGB XI und dem Bundesförderprogramm „soziale Dienstleistungen und Nachbarschaftshilfe“.

Das Seniorennetzwerk wächst und wächst. Hier ist ein Modell entstanden, das längst über Baden-Württemberg hinaus auch in anderen Bundesländern für Aufmerksamkeit sorgt. (eb)

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