Down-Syndrom

Der 21. März und das Coronavirus

Am Samstag, den 21. März, ist Welt-Down-Syndrom-Tag. Auch an Trisomie-Patienten geht die Coronavirus-Pandemie nicht vorrüber. Gefragt sind jetzt auch die Nachbarn.

Veröffentlicht: 21.03.2020, 08:48 Uhr
Der 21. März und das Coronavirus

Wünscht sich, dass Nachbar und Freiwillige für gute Laune sorgen: der Berliner Schauspieler Sebastian Urbanski.

© privat

Neu-Isenburg. Menschen mit Trisomie 21 und ihre Angehörigen feiern am 21. März den Welt-Down-Syndrom-Tag. In diesem Jahr ist aufgrund der Corona-Epidemie die Situation verändert.

Wie Dr. Gerhard Hammersen, Pädiater beim Down-Syndrom-Infocenter erläutert, gebe es noch keine Information über den Verlauf der Infektion mit dem neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) bei Kindern mit Down-Syndrom.

Grundsätzlich gelte jedoch, dass das Immunsystem von Menschen mit Down-Syndrom eine Reihe von Besonderheiten aufweise. Klinisch äußere sich das darin, dass die Infektabwehr und immunologische Antwort auf Infektionen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung etwas schwächer ausfallen könne.

Aus den betroffenen Gebieten in China wisse man jedoch, dass Infektionen mit Coronaviren bei Kindern insgesamt relativ selten auftreten und meist milde verlaufen.

Hammersen verweist dabei auf den WHO-Report und den Steckbrief COVID-19 des Robert Koch-Instituts (RKI). Da es im Moment keine detaillierteren Erkenntnisse gebe, bleibe der Rat, die allgemein empfohlenen Maßnahmen zur Hygiene und Reduktion des Infektionsrisikos zu beachten.

Pläne für die Zeit „nach Corona“ schmieden

Neben den medizinischen Fragen sind die Menschen mit Down-Syndrom überproportional von den Einschränkungen von Besuchsrechten betroffen. Viele Menschen mit Trisomie 21 leben in Wohngruppen, Heimen oder Formen des betreuten Wohnens. Insbesondere in den Heimen sind wie in Krankenhäusern Besuchsrechte wegen der Coronavirus-Pandemie eingeschränkt.

Sebastian Urbanski, Berliner Schauspieler mit Down-Syndrom und Mitglied im Bundesvorstand der Lebenshilfe macht sich Sorgen: „Darum, dass Menschen, die behindert und dazu oft auch krank sind, nicht mehr genügend Hilfe bekommen“, sagte er.

Urbanski: „Wenn sie jetzt tagsüber nicht mehr arbeiten gehen, zum Beispiel in einer Werkstatt, müssen sie zu Hause oder in ihrer Wohnstätte den ganzen Tag versorgt und begleitet werden. Das wird sehr schwierig. Und alle müssen so gut wie möglich vor dem Corona-Virus geschützt werden, ebenso wie ihre Betreuer, die in dieser Zeit ganz besonders wichtig sind.“

Er wünscht sich, das Nachbarn und Freiwillige den Bewohnern Mut zusprechen und für gute Laune sorgen. Dies gehe heute glücklicherweise ohne Besuche über Fotos oder Videos sehr einfach. Urbanski betont: „Auch Pläne für die Zeit nach Corona sollte man schon schmieden. Das macht Hoffnung. Dann fühlt man sich stärker und nicht so alleine.“ (syc)

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