TV-KRITIK

"Der falsche Tod" - zwei Ärzte im Konflikt

"Der falsche Tod" lautete der Titel eines Fernsehfilms, den das ZDF gestern Abend um 20.15 Uhr ausgestrahlt hat. Darin ging es um Sterbehilfe - und das allein ist schon des Lobes wert.

Von Pete Smith Veröffentlicht: 17.04.2007, 08:00 Uhr

Das Thema Sterbehilfe findet nur selten Beachtung im schnelllebigen Medium Fernsehen. Dass zwei Ärzte im Mittelpunkt der Handlung stehen und kein "Todespfleger", wie angesichts aktueller Geschehnisse nahe gelegen hätte, eröffnete Perspektiven, die in der Öffentlichkeit so nur selten diskutiert worden sind.

Eine junge Ärztin (Anneke Kim Sarnau) kommt einer Arzthelferin auf die Schliche, die einem todkranken Bauern beim Sterben geholfen hat. Der Vater der Ärztin (Friedrich von Thun), ein Landarzt, den sie in seiner Praxis vertritt, verteidigt seine Helferin. Bald kommt der Ärztin ein furchtbarer Verdacht: Hat der Vater am Ende auch ihre behinderte Mutter getötet?

Der von starken Schauspielern getragene Film, der die Wertewelt eines Landarztes an einer jungen Großstadtärztin misst, stellt Fragen, mit denen sich Kollegen in ihren Praxen konfrontiert sehen: Ist es moralisch vertretbar, wenn ein Arzt einen unheilbar kranken Menschen von seinen Qualen "erlöst"? Darf er gegen das Gesetz handeln, wenn er von seinem Patienten darum gebeten wird?

Mit eindeutigen Antworten tut sich der Film schwer. Das mag an der Idee liegen, zwei konträre Positionen gegeneinander zu stellen. Der Film weckt ein Unbehagen, das vielleicht gewollt ist, den Zuschauer mit seinen Ängsten, eine von Ärzten praktizierte Sterbehilfe könne auch in der eigenen Realität gang und gäbe sein, aber allein lässt. Zumal die Horrorvision beschworen wird, dass aktive Sterbehilfe in einer vergreisenden Gesellschaft künftig per Gesetz so legal sein könnte, wie es ein Schwangerschaftsabbruch heute ist.

Trotzdem sind Filme wie dieser wichtig, weil sie zum Nachdenken über ein Thema anregen, das allzu gern verdrängt wird.

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