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Umfrage in europäischen Ländern

Corona-Pandemie ist für die Deutschen noch lange nicht vorbei

Zwei von drei Bundesbürgern sorgen sich vor neuen Corona-Mutationen. Zu einer Auffrischungsimpfung sind jedoch immer weniger Menschen bereit. Das zeigt eine aktuelle Befragung der European COvid Survey (ECOS).

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Die Menschen sorgen sich vor Mutationen, doch der Drang zum Impfen verebbt langsam.

Die Menschen sorgen sich vor Mutationen, doch der Drang zum Impfen verebbt langsam.

© Michael Bihlmayer / CHROMORANGE / picture alliance

Hamburg. Zwei Drittel aller Menschen in Deutschland machen sich vor neuen Sars-CoV-Varianten Sorgen, jeder Fünfte sogar große Sorgen, heißt es in der am Dienstag in Hamburg veröffentlichten Untersuchung, die auch in anderen europäischen Ländern durchgeführt wurde.

Die Werte sind in Spanien, Italien und Portugal ähnlich: Hier fürchten 75 Prozent der Menschen neue Mutationen. Weniger sorgenvoll seien die Menschen in Dänemark (52 Prozent).

„Die Sorge vor einer weiteren Welle in der Bevölkerung ist real und zeigt, dass für viele Menschen die Pandemie noch nicht vorbei ist“, interpretierte Professor Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor des für die Umfrage verantwortlichen Hamburg Center for Health Economics (HCHE), das Ergebnis der Umfrage.

Impfbereitschaft sinkt allmählich

Trotz der ausgeprägten Sorgen ist die allgemeine Impfbereitschaft in Deutschland seit Beginn des Jahres von 86 auf jetzt 83 Prozent gesunken. Nur 75 Prozent der Teilnehmer waren im Befragungszeitraum Mai bereit für eine Auffrischungsimpfung. 16 Prozent sprachen sich dagegen aus, neun Prozent zeigten sich noch unsicher. Damit liegt Deutschland unter den befragten Ländern im unteren Mittelfeld. Beim Schlusslicht Frankreich waren nur noch 60 Prozent zu einer Auffrischungsimpfung bereit.

„Die sinkende Bereitschaft für eine Auffrischungsimpfung könnte im Herbst und Winter mit einer weiteren Corona-Welle wieder für mehr schwere Infektionsfälle sorgen“, sagte Schreyögg. Er empfahl rechtzeitige und geeignete Kommunikationsmaßnahmen, um die derzeit noch unsicheren Menschen von einer Auffrischungsimpfung zu überzeugen.

Auch die 20 Prozent der Impfbereiten, die bisher noch keine Boosterimpfung erhalten haben, sieht er als Zielgruppe für Kommunikationsmaßnahmen an.

Weitere Ergebnisse der Umfrage:

  • Als wichtigsten Grund für ihre Unsicherheit nannten 34 Prozent der Befragten, dass sie der Sicherheit der Corona-Impfstoffe misstrauen.
  • Die Bereitschaft, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, steigt mit dem Bildungs- und Informationsgrad.
  • Je mehr sich Menschen über die Pandemie informieren und den Informationen von der Regierung und den Medien vertrauen, umso eher sind sie bereit, sich impfen zu lassen.
  • Die meisten Menschen sind gesundheitlich gut durch die vergangenen zwei Jahre gekommen. Zwei Drittel der Befragten haben keine Änderungen festgestellt, bei elf Prozent verbesserte sich die Gesundheit. 23 Prozent gaben eine Verschlechterung an.
  • Jeder dritte Befragte berichtete von negativen Auswirkungen auf die mentale Gesundheit.
  • Die ECOS wird seit April 2020 regelmäßig vom HCHE der Universität Hamburg durchgeführt und befragt mehr als 8000 Menschen in acht europäischen Ländern. (di)
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