Abrechnungstipp

Sieben Prozent für die Vorhaltepauschale? Augen auf bei der Impfquote im ersten Quartal!

Die Kriterien für die neuen Positionen im EBM zur Vorhaltepauschale enthalten so manche Überraschung bei genauerem Hinsehen. Das gilt auch für die Impfquoten, die erreicht werden müssen.

Veröffentlicht:
Zu wenig Zeit für Impfungen? Es lohnt sich, im ersten Quartal genau hinzusehen!

Zu wenig Zeit für Impfungen? Es lohnt sich, im ersten Quartal genau hinzusehen!

© Zerbor / stock.adobe.com

Sind sieben Prozent schwerer zu erreichen als 25 Prozent? Die Kriterien für die neue Vorhaltepauschale greifen bekanntlich erstmals im laufenden Quartal.

Nach deren Veröffentlichung im Sommer 2025 wurde unter anderem die Vorgabe diskutiert, dass Hausärzte im vierten Quartal eine Quote von Impfleistungen in Höhe von 25 Prozent bezogen auf die Behandlungsfälle erbringen müssen, um das Impfkriterium zu erfüllen. Das heißt, bei 1.000 Fällen in der Regelversorgung müssen im vierten Quartal insgesamt 250 Impfleistungen erbracht werden, um den Anforderungen zu genügen.

Kritisiert wurde dieses Kriterium deshalb, weil viele Praxen bereits im September aus medizinischen Gründen mit den Impfungen gegen Influenza beginnen und daher Probleme haben könnten, diese hohe Quote zu erreichen.

Keine Zeit für Impfungen im „Grippequartal“?

Eine Simulation der KV Rheinland-Pfalz anhand alter Abrechnungen hat ergeben, dass es vielleicht sogar noch schwerer werden könnte, die Quote von sieben Prozent im ersten Quartal zu erreichen.

Der Grund könnte sein, dass im ersten Quartal des Jahres, dem „Grippequartal“, die Praxen aufgrund vieler Atemwegsinfektionen ohnehin so viel zu tun haben, dass weniger Gesundheitsuntersuchungen (GU, Check-up 35) terminiert werden als in anderen Quartalen. Bei der GU wird auch der Impfstatus überprüft, sodass dadurch fast automatisch zusätzliche Impftermine vereinbart werden, zum Beispiel zur Auffrischung des Schutzes vor Tetanus oder vor FSME – oder auch für die Herpes-zoster-Impfung.

Für Praxen, die darauf spekulieren, dass sie acht von zehn Kriterien für die Vorhaltepauschale erfüllen, um einen Zuschlag je Fall in der Regelversorgung von rund 2,50 Euro zu bekommen (im Vergleich zum bisherigen Honorar für die Vorhaltepauschale), sollten daher die Anzahl der Impfungen im ersten Quartal auf jeden Fall im Blick behalten, um bei Bedarf noch reagieren zu können. (ger)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?