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TV-TIPP: DIE KRANKENFABRIK - HEUTE, 21 UHR, IN DER ARD

"Die Patienten bleiben auf der Strecke"

BERLIN (ble). Ständige Überlastung, die Angst vor dem tödlichen Fehler, zahllose Überstunden: Für viele Krankenschwestern ist aus ihrem Traumberuf über die Jahre längst ein Albtraum geworden.

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Wie dieser Albtraum konkret aussieht, zeigt die 45-minütige ARD-Reportage "Die Krankenfabrik. Patienten in Not - Schwestern am Limit", die heute Abend (21 Uhr) im Ersten läuft. Der Film beleuchtet den Alltag von vier erfahrenen Krankenschwestern an einer großen Klinik. Einzige Bedingung dafür, dass die Autoren Sylvia Nagel und Thomas Reutter den Schwestern eine Woche über die Schulter schauen durften: Der Name der Klinik muss geheim bleiben.

Herausgekommen ist eine Reportage, die ohne reißerische Bilder auskommt: Resigniert und fast mechanisch sprechen die Schwestern darin von den seelischen Burnouts, den körperlichen Reaktionen auf die tägliche Hektik und Kolleginnen, die der Klinik in den vergangenen Jahren den Rücken kehrten.

Und doch lässt etwa das Fazit von Schwester Katja nichts an Deutlichkeit vermissen: Für mehr als eine Grundversorgung bleibe keine Zeit mehr, sagt sie. "Am schlimmsten ist, dass die Patienten auf der Strecke bleiben." Und das trotz der Hunderte von Überstunden, die die Schwestern anhäufen. Dennoch hängen sie an ihrem Beruf, wollen die Patienten nicht im Stich lassen.

In ihrer leider zu kurz geratenen Reportage machen es sich die Autoren nicht einfach, wenn sie nach den Gründen für den Pflegenotstand suchen. Geld sei nicht das Problem, meint etwa der SPD-Abgeordnete Karl Lauterbach. Allerdings versickere zu viel davon in der Verwaltung oder in den Taschen von Chefärzten, statt für die Pflege eingesetzt zu werden. Und auch das Gesundheitsministerium ist der Auffassung, dass die Klinikleitungen die Mittel nur besser verwenden müssten.

Ist alles also halb so schlimm? Eine klare Antwort über die Gründe der Misere bleiben die Reporter letztlich schuldig. So bleibt nur die Ahnung, dass sich die vier Schwestern auch weiter selbst ausbeuten werden.

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