Gesellschaft

Ein Krankenhaus für Ronaldinho und Blatter

Veröffentlicht: 13.06.2006, 08:03 Uhr

Der Weltfußballverband hat in Berlin das Bundeswehrkrankenhaus zur offiziellen WM-Klinik erklärt. Das bedeutet, daß in der Hauptstadt jeder verletzte oder erkrankte Sportler und FIFA-Funktionär in das Krankenhaus im Bezirk Mitte eingeliefert wird. Das könnte den brasilianischen Starkicker Ronaldinho genauso treffen wie FIFA- Präsident Joseph Blatter.

Von einer Auszeichnung der medizinischen Leistungen durch die FIFA will das Bundeswehrkrankenhaus jedoch nichts wissen. "Wir wurden möglicherweise einfach nur ausgewählt, weil wir im Zentrum der Stadt liegen", sagt Chefarzt Georg Mager.

Er erwähnt nicht, daß auf dem relativ kleinen Gelände bis auf Kinderheilkunde und Geburtshilfe alle wichtigen Stationen vertreten sind. Außerdem verfügt die Klinik über erfahrene Sportmediziner. Der Leiter der Orthopädie, Frank Rauhut, beispielsweise betreut schon seit Jahren die deutsche Mannschaft bei den olympischen Winterspielen.

Das Bundeswehrkrankenhaus liegt etwas versteckt in einer Nebenstraße. Genau diese Abgeschiedenheit mitten im Zentrum der Stadt verhalf dem 1853 errichteten Klinikum schon oft zu prominenten Patienten: Während der Weimarer Republik war es das Staatskrankenhaus der Polizei, von 1960 an wurden dort in der ehemaligen DDR auch Mitarbeiter des Ministeriums des Inneren behandelt. Später, nachdem die Bundeswehr die Klinik 1990 übernommen hatte, wurde unter anderen Wolfgang Schäuble nach einer Gallenkolik behandelt.

"Einen speziellen VIP-Bereich haben wir nicht", sagt Mager. "Dennoch können wir besondere Personen bei Bedarf auch entsprechend schützen." Daher bringt den Chefarzt auch die WM mit eventuell prominenten Patienten nicht aus der Ruhe. Nur eines findet der Fußballfan schade: Auch die Brasilianer, die heute in Berlin gegen Kroatien spielen, wird er wohl nicht live im Stadion erleben können - für die Zeit der WM gibt es in der Klinik eine Urlaubssperre.

Das Bundeswehrkrankenhaus versorgt mit seinen 367 Betten jährlich etwa 10 000 Patienten. (dpa)

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.bundeswehrkrankenhaus.de/berlin

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