Künstliche Befruchtung

Erleichterte Eizellspende in Japan

Japan verzeichnet nach einer Gesetzesänderung ein reges Interesse an freiwilligen Eizellspenden. Die Kliniken ersparen den Frauen den Weg in die USA oder nach Thailand.

Von Sonja Blaschke Veröffentlicht:
In der Hanabusa Women‘s Clinic in Kobe: Das Labor ist weitgehend im Halbdunkel, um die biologischen Prozesse nicht durch zu viel Licht zu beeinflussen.

In der Hanabusa Women‘s Clinic in Kobe: Das Labor ist weitgehend im Halbdunkel, um die biologischen Prozesse nicht durch zu viel Licht zu beeinflussen.

© Sonja Blaschke

KOBE. Für verheiratete, unfruchtbare Frauen in Japan ist es leichter geworden, auch außerhalb der Verwandtschaft an Eizellspenden zu kommen.

Ein Klinikverbund will jüngeren Japanerinnen mittels Invitro-Fertilisation (IvF) mit fremden Eizellen zum Kinderwunsch verhelfen.

In einem leicht abgedunkelten Raum im westjapanischen Kobe werden in Trocken- und Feuchtinkubatoren Eizellen aufbewahrt. In großen Behältern weiter hinten lagert tiefgefrorenes Sperma.

Eine Fachkraft spritzt eine Flüssigkeit, die unter dem Mikroskop rosa scheint, neben eine Eizelle in einer Petri-Schale.

In der vielfachen Vergrößerung zeigt sich, dass sich darin etwas bewegt: Spermien. Eine IvF ist im Gange. Daneben stehen drei Geräte für die intrazytoplasmatische Spermieninjektion, "so viele wie sonst nirgends in Japan", so ein Klinikvertreter. Bei diesem Vorgang wird ein Spermium gezielt in eine Eizelle eingespritzt.

Organisation will Reproduktionsmedizin in Japan verbessern

Die Hanabusa Women's Clinic ist eine der größten und bekanntesten Kinderwunschkliniken Japans. Sie beschäftigt 15 Fachärzte und 150 Mitarbeiter. Dort werden laut eigener Aussage viermal mehr Befruchtungsvorgänge als andernorts in Japan täglich durchgeführt.

Sie zählt zu einer Handvoll von Reproduktionskliniken in Japan, die zum Netzwerk von JISART (Japanese Institution for Standardizing Assisted Reproductive Technology) gehören. Die Organisation hat sich der Verbesserung der Reproduktionsmedizin in Japan verschrieben.

Dort sollen im Laufe des Jahres - der genaue Zeitpunkt ist noch nicht bekannt - erstmals Eizellen von fremden Spenderinnen Empfängerinnen eingepflanzt werden.

Seit 2007 konnten in Japan zwar Geschwister oder Freundinnen ihre Eizellen spenden. Aber erstmals mit der Gründung von OD-NET ("Oocyte Donation Network") in Kobe im November 2012 wurde der Weg in Japan frei für die Spende von Eizellen von unbekannten Dritten.

Bisher fielen für Kinderwunsch Kosten in Höhe von 40.000 Euro an

Die Non-Profit-Organisation, die mit den JISART-Kliniken eng zusammenarbeitet, koordiniert die Eizellenspenden von Freiwilligen für unfruchtbare Frauen.

Damit würde, wenn sich das System etabliert, ein Teil des Medizintourismus in die USA oder nach Thailand wegfallen. Denn bisher mussten Japanerinnen für eine Eizellenspende ins Ausland reisen und Kosten an die sechs Millionen Yen (40.000 Euro) für eine Behandlung selbst tragen.

"Japan hat zwar ein hervorragendes technisches Niveau, aber es fehlen passende Gesetze", erklärt OD-NET-Leiterin Sachiko Kishimoto die bisherige Lage in Japan.

Welche Forderungen sie stellt, welche Voraussetzungen spenderwillige Frauen erfüllen müssen und wie viele Anfragen nach einem Aufruf im TV kamen, erfahren Sie, wenn Sie diesen Text exklusiv in unserer App-Ausgabe vom 7.1.2014 weiterlesen.

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