Computerspiele

Gamer haben Gesundheit nicht im Blick

Wer viel Zeit mit Computerspielen verbringt, hat seine Gesundheit nicht auf dem Schirm, belegt eine Studie.

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Intensives Gaming: Fatal für die Gesundheit ist die Sitz-Zeit.

Intensives Gaming: Fatal für die Gesundheit ist die Sitz-Zeit.

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KÖLN. Beim Gesundheitsverhalten von jungen Menschen, die viel Zeit mit Video- und Computerspielen verbringen, gibt es noch deutlich Luft nach oben. Notwendig sind gezielte Präventionskonzepte für den sogenannten eSport, die auf Bewegung, Ernährung und Regeneration zielen, sagt Professor Ingo Froböse, Leiter des Instituts für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der Deutschen Sporthochschule Köln.

„Wir müssen versuchen, die Jugend dort abzuholen, wo sie steht und sie möglichst auf den richtigen Pfad setzen, und zwar mit dem eSport und nicht gegen ihn.“ Froböse ist Leiter der eSport Studie 2019, einem gemeinsamen Projekt mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung der AOK Rheinland/Hamburg. Froböse und sein Team haben fast 1200 eSportler oder Gamer vorwiegend online zu ihrem Gesundheitsverhalten befragt.

Gut die Hälfte betreibt den eSport als Hobby, mehr als ein Drittel nimmt regelmäßig an Wettbewerben teil. Über 90 Prozent der Teilnehmer sind männlich, die Hälfte hat Abitur oder Fachhochschulreife, 16,2 Prozent haben einen universitären Abschluss. Ihr Body-Mass-Index liegt mit 24,7 über dem Durchschnitt der Altersgruppe.

Im Mittel sind die Gamer 22,9 Jahre alt, sie spielen im Schnitt 24,6 Stunden die Woche. „Das Fatale ist: Das ist Sitz-Zeit, Inaktivitätszeit“, betont Froböse.

Je mehr gesessen werde, desto schlechter sei die Gesundheit. „Hier müssen wir ansetzen.“ Ein Problem sieht er auch bei den veränderten Schlafgewohnheiten vieler Spieler, die oft auch nachts aktiv sind. „Viele Jugendliche berichten über eine schlechte Schlafqualität.“

Nach der Befragung ist nur knapp die Hälfte der eSportler ausreichend körperlich aktiv. Auch bei der Ernährung gibt es Defizite. So setzen nur elf Prozent die Empfehlung von fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag um. „Aber das ist bei denen, die nicht spielen, oft auch nicht besser.“

Ein Großteil hat den Auskünften zufolge zudem Übergewicht. „Das ist auffällig“, sagte Froböse. Die E-Sport-Gruppe liege nämlich über dem Gesamtdurchschnitt in dieser jüngeren Referenzgruppe. Das sei auch ein Grund, warum man sich mit E-Sportlern beschäftigen sollte. „Was man hier sät, wird die Gesellschaft später ernten müssen“, sagte er.

Froböse hält spezielle Ausdauertrainings für notwendig und ein Ausgleichstraining für die besonders beanspruchte Muskulatur in Schulter, Ellenbogen und Hand. Zudem sollten die Gamer die Rumpfmuskulatur gezielt stärken. Regelmäßige Trainings sind auch bei den eSport-Profis die Ausnahme, wenn überhaupt erfolgen sie zu 90 Prozent digital. „Wir würden gern eine eigene Trainingslehre des eSports schreiben“, sagt Froböse. (iss)

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