Diskussion um Krankenstand

Gewerkschafts-Umfrage: Mehrheit arbeitet auch krank

Krankenlager Deutschland? Zuletzt tobte die Diskussion um den hohen Krankenstand. Eine Gewerkschaftsumfrage zeigt nun: Viele schleppen sich auch krank zur Arbeit - aus teils gravierenden Gründen.

Veröffentlicht:

Berlin. Die Mehrheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland ist im vergangenen Jahr laut einer aktuellen Umfrage auch krank zur Arbeit gegangen. So gaben fast zwei Drittel (63 Prozent) der Beschäftigten an, 2024 mindestens einen Tag gearbeitet zu haben, obwohl sie sich richtig krank fühlten, wie aus einer am Montag vorgestellten Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervorgeht.

Bei 16 Prozent der Befragten hat sich die Arbeit trotz Erkrankung demnach auf einen Zeitraum von drei Wochen und länger erstreckt, bei 19 Prozent war es weniger als eine Woche, die krank gearbeitet wurde. Dagegen hätten 37 Prozent im vergangenen Jahr nie krank gearbeitet. Generell seien zudem Frauen mit 67 Prozent eher krank zur Arbeit erschienen als Männer (60 Prozent).

Sorge um den Arbeitsplatz

Gründe dafür, warum Menschen krank arbeiteten, sind laut Umfrage vor allem die Sorge um den Arbeitsplatz (82 Prozent), eine hohe Arbeitsbelastung (78 Prozent) sowie ein schlechtes Betriebsklima (81 Prozent), das es den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern durch mangelnde Planung und fehlendes Entgegenkommen der Vorgesetzten schwerer mache, sich ausreichend Genesungszeit zu nehmen.

Lesen sie auch

Die Untersuchung beruht den Angaben zufolge auf Daten der Beschäftigtenbefragung für den DGB-Index „Gute Arbeit“. Dafür wurden knapp 7.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer telefonisch befragt.

Starke Unterschiede bestehen laut Umfrage mit Blick auf den jeweiligen Berufszweig. So hätten in Reinigungsberufen 77 Prozent der Beschäftigten im vergangenen Jahr krank gearbeitet, ähnlich viele in sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen, etwa das Personal an Kitas und Schulen (76 Prozent) und in Gesundheitsberufen wie der Pflege (69 Prozent). Im Berufsfeld IT- und Naturwissenschaft habe hingegen die Mehrheit von 54 Prozent angegeben, nie krank gearbeitet zu haben. (KNA)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Herzchirurg mit Installateurfirma

Das Doppelleben des Dr. Jean-Philippe Grimaud: Arzt und Klempner

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin

Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Detailansicht eines Windrades: Bringt eine ökologisch nachhaltige Geldanlage auch gute Rendite? Anleger sollten auf jeden Fall genau hinschauen.

© Himmelssturm / stock.adobe.com

Verantwortungsbewusstes Investment

„Nachhaltig – das heißt nicht, weniger Rendite bei der Geldanlage!“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Krisenkommunikation war Schwachpunkt in der Pandemie

© HL

Herbstsymposium der Paul-Martini-Stiftung

Krisenkommunikation war Schwachpunkt in der Pandemie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
 Shabnam Fahimi-Weber

© Jochen Tack

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin

Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa