"Komplett falsch" - der Morbus Dupuytren

FRANKFURT/MAIN (Smi). Der Arzt und Schriftsteller Uwe Tellkamp, der für seinen Roman "Der Turm" im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden ist, hat eingestanden, dass ihm bei der Beschreibung einer Krankheit in dem Buch "ein entsetzlicher Fehler" unterlaufen sei.

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In einem Interview mit dem "Deutschen Ärzteblatt" erklärte Tellkamp, dass ihn ein Kollege darauf aufmerksam gemacht habe. Auf Seite 294 des Romans "Der Turm" habe er den Morbus Dupuytren, eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes der Handinnenfläche, "komplett falsch" beschrieben.

"Wenn das mein alter Chef liest, der Handchirurg war - oh Gott", stöhnt Tellkamp in dem Interview. Er selbst, so bekennt der Autor, habe die Passage neulich während einer Lesung vorgetragen und gedacht: "Was hast du denn hier für einen Quatsch geschrieben?" Sein Arztberuf, so erklärt der Buchpreis-Träger, habe seine Schriftstellerei nicht nur stofflich beeinflusst. "Das ist ein Milieu, das ich von der Pike auf kenne." Außerdem betrachte der Chirurg das Leben anders. "Der Blick auf einen Schriftstoff, ein Buch, scheint mir immer noch der zu sein, den ich auch auf einen Patienten habe. Das Problem der Diagnose ist für mich beim Schreiben wichtiger als das Wissen."

Uwe Tellkamp wurde 1968 in Dresden geboren. Um einen der begehrten Medizin-Studienplätze zu bekommen, verpflichtete er sich nach dem Abitur für drei Jahre zum Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee der DDR. 1989 wurde er wegen Befehlsverweigerung inhaftiert, auch seinen Studienplatz entzog man ihm. Als Hilfspfleger auf einer Intensivstation erlebte Tellkamp die Wende.

Danach nahm er sein Medizinstudium wieder auf, zunächst in Leipzig, später studierte er in New York und Dresden. Schließlich bekam er eine Stelle an einer unfallchirurgischen Klinik in München. Weil jedoch seine "Doppelexistenz als Arzt und Autor immer schwieriger" wurde, gab er den Arztberuf auf und entschied sich für ein Leben als freier Schriftsteller (wir berichteten).

Zurzeit schreibt Tellkamp an einem Buch über das Leben mit seinem zweijährigen Sohn. Es soll im Herbst unter dem Titel "Der Zitronenrabe" erscheinen. Warum "Zitronenrabe"? Tellkamp: "Einfach, weil das ein süßsaures Verhältnis ist, Vater zu sein und mit dem Kind umzugehen."

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