Sachsen

Lehnt ein Arzt die Behandlung von Flüchtlingen ab?

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CHEMNITZ / DRESDEN. Der Internist Thomas Schädlich aus dem sächsischen Vogtland will Flüchtlingen angeblich die Behandlung verweigern.

Wegen entsprechender Aussagen sei eine Beschwerde bei der Landesärztekammer eingegangen, bestätigte Sprecher Knut Köhler der "Ärzte Zeitung".

Nun werde die berufsrechtliche Dimension geprüft. Juristische Konsequenzen seien aber eher unwahrscheinlich, dazu müsste es bereits einen konkreten nachweislichen Verstoß gegeben haben, sagte Köhler.

Wie die "Freie Presse" aus Chemnitz berichtet, sollen die Äußerungen des Arztes auf einer öffentlichen Gemeinderatssitzung gefallen sein.

Dort ging es um das Nutzungskonzept für ein neues Asylbewerberheim. Der Zeitung zufolge habe der Internist gesagt, dass er die medizinische Behandlung von Ausländern und Flüchtlingen in seiner Praxis ablehne.

Für AfD im Kreisrat

Das Blatt zitiert ihn mit den Worten: "Wenn ich Ausländer behandeln wollte, wäre ich zu ,Ärzte ohne Grenzen‘ gegangen". Eine Beschwerde bei der Landesärztekammer hatte daraufhin der künftige Betreiber der Flüchtlingsunterkunft mit insgesamt rund 80 Plätzen eingereicht.

Schädlich erklärte auf Anfrage der "Ärzte Zeitung", das Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen worden, die Berichterstattung sei politisch motiviert. Der Internist sitzt für die Alternative für Deutschland (AfD) im Kreisrat.

In der gesamten Diskussion sei es nie um Notfälle, sondern ausschließlich um die Grundversorgung der Flüchtlinge gegangen, betonte der Mediziner.

Er habe darauf hinweisen wollen, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Behandlung von Asylbewerbern unklar seien. Ärzte seien bisher nicht ausreichend abgesichert. (lup)

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