Gesellschaft

Mexikos Mafia droht mit Jagd auf Lehrer und Schüler

Die Organisierte Kriminalität in Mexiko nimmt zunehmend auch Schulen ins Visier. Die Politik reagiert hilflos, Eltern, Lehrer und Schüler sind extrem verunsichert.

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Unsicherheit an Mexikos Schulen: Polizisten und Soldaten sollen für Sicherheit sorgen.

Unsicherheit an Mexikos Schulen: Polizisten und Soldaten sollen für Sicherheit sorgen.

© dpa

MEXIKO-STADT (dpa). Hunderte Schulen in der mexikanischen Hafenstadt Acapulco sind seit Ende August geschlossen. Die Organisierte Kriminalität will die Lehrer zu Schutzgeldzahlungen erpressen.

Trotz aller Sicherheitsversprechen sind die Lehrer bis heute nicht in die Schulen zurückgekehrt. Dass ihre Sorgen berechtigt sind, wurde am Dienstag klar, als Kriminelle fünf Menschenköpfe bei einer Schule abwarfen.

An einer anderen Schule fand sich die handgeschriebene Warnung: "Scheinbar habt Ihr nicht verstanden, dass wir 50 Prozent verlangen", zitierte die Zeitung "Reforma" aus der Botschaft.

Kämpfe in der Nähe von Schulen und Kitas

"Wenn Ihr das nicht macht, werden wir mit der Jagd auf Lehrer und Schüler beginnen. Und bedenkt, dass auch Ihr Familie habt. Mit freundlichen Grüßen, Die Mafia."

Bisher waren Schulen kein direktes Angriffsziel der kriminellen Banden gewesen. Zu leiden hatten sie dennoch: Vor allem im Norden des Landes waren Kindergärten und Schulen in Gefahr geraten, weil es in ihrer Nähe zu bewaffneten Kämpfen zwischen Banden und auch mit Sicherheitskräften gekommen war.

Die Kinder wurden dort speziell auf derartige Vorfälle vorbereitet: Bei Gefahr sollen sie sich auf den Boden legen.

Polizei und Armee an den Schulen?

Bereits Anfang September hatte ein Funktionär zugegeben, dass fünf Prozent der Lehrer bedroht worden seien. Die Regierung erhöhte die Sicherheitsmaßnahmen in der Umgebung von Schulen in zahlreichen Städten und Ortschaften des Bundesstaates, in dem Acapulco liegt.

Polizisten und Soldaten sollen die Sicherheit rund um die Schulen erhöhen, außerdem sollen Alarmanlagen installiert werden.

"Wenn wir die Schulen schließen, wie sollen wir dann gegen dieses soziale Krebsgeschwür kämpfen?", fragte Gouverneur Angel Rivero und forderte die Lehrer auf, ihre Arbeit fortzusetzen.

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