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Buchtipp

Neuer Bildband: Helden eines schrecklichen Krieges

ÄZ-Korrespondent und Fotograf Till Mayer begleitet seit 2017 die Menschen in der Ukraine. Seine Reportagen und Fotos wurden mehrfach ausgezeichnet. Nun ist sein neues Buch mit berührenden Schicksalsberichten erschienen.

Veröffentlicht:
Buchcover von "Widerstand - Freiheitskampf der Ukraine"

Till Mayers neues Buch: „Widerstand – Freiheitskampf der Ukraine“

© ibidem-Verlag

Hannover. „Freiheit braucht Mut“ – unter diesem Motto steht der neue Reportagenband von Till Mayer, Fotograf und langjähriger Korrespondent der Ärzte Zeitung. Seit 2017 dokumentiert er den Krieg in der Ukraine, für seine eindrücklichen Texte und Bilder wurde er schon mehrfach ausgezeichnet.

Ein Großteil davon hat er für sein Buch „Widerstand – Freiheitskampf der Ukraine“ zusammengetragen. Darin zeigen zahlreiche Schwarz-weiß-Fotografien Männer und Frauen, die sich auch nach mehr als vier Jahren Krieg nicht unterkriegen lassen und für die Freiheit ihres Landes kämpfen.

Auf 168 Seiten stellt der Journalist Menschen vor, die Schlimmes erlebt haben: Zehntausende Kinder wurden verschleppt, viele Ukrainer systematisch gefoltert. In den von Russen besetzten Gebieten ist die Entrechtung der Bevölkerung an der Tagesordnung. „Ich habe mit Menschen gesprochen, die diese Torturen überlebt haben. Es waren schmerzhafte Interviews“, sagt Mayer im Vorwort zum Buch.

Ärzte berichten vom Alltag an der Front

Auch viele Ärzte sind darunter, so wie Frauenärztin Oksana. Sie arbeitet in der Ruine eines Krankenhauses in Kramatorsk, nur 20 Kilometer von der Front entfernt. Eindrücklich schildert sie ihren Alltag, oftmals fällt die Heizung aus, der Klang der Sirenen ist ständiger Begleiter. Oder Gemeindeschwester Tamara, die in einem völlig zerstörten Dorf als eine der letzten medizinischen Hilfe leistet – solange, bis eine Gleitbombe in ihrer Straße einschlägt.

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Bedrückend auch der Bericht aus einem Feriencamp in den ukrainischen Karpaten, in dem Jungen und Mädchen psychotherapeutisch betreut werden, die durch den Krieg ein Elternteil verloren haben. 75 Prozent aller Kinder in dem kriegsgebeutelten Land zeigen laut Zahlen des Kinderhilfswerks Unicef Anzeichen eines Traumas.

Verstörendes Zeitzeugnis

In der Hafenstadt Cherson beispielsweise werden Senioren in einem ausgemusterten Geldtransporter zum Arzt gefahren, die Panzerung bietet Schutz vor Drohnenangriffen. Dort hatte im August 2025 einen russische Drohne einen Linienbus angegriffen. Die traurige Bilanz: zwei Tote, 16 Verletzte. Immer wieder komme es zu Vorfällen, in denen russische Drohnen Zivilisten jagen, erzählen Bewohner. Dafür hat sich in der Stadt ein trauriger Begriff gebildet: Drohnen-Safari.

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Till Mayer schafft mit seinen Foto-Reportagen ein detailliertes und zugleich überaus verstörendes Zeitzeugnis. Die Protagonisten werden zu Alltags-Helden in diesem schrecklichen Krieg. (kaha)

Mayer, Till: Widerstand – Freiheitskampf der Ukraine, 168 Seiten, ibidem Verlag, 25 Euro.

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