Syrien

Scharfe Kritik an Angriffen

Wenige Tage nach einem Angriff auf ein Krankenhaus in Aleppo verurteilen Hilfsorganisationen das Bombardement scharf. Mindestens 50 Menschen sollen ums Leben gekommen sein.

Von Anne BäurleAnne Bäurle Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG. Mehrere Hilfsorganisationen zeigen sich bestürzt über die neuerliche Eskalation der Gewalt in Aleppo.

Die Organisation Ärzte der Welt erklärte, sie sei entsetzt darüber, dass der Bevölkerung der Zugang zur Gesundheitsversorgung in einer bereits dramatischen Situation weiterhin unmöglich gemacht werde.

"Bei Angriffen gegen Schulen, Krankenhäuser und Ambulanzen wird internationales Recht klar missachtet", so die Hilfsorganisation. Mediziner, Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen müssten gegen Gewalt und Angriffe geschützt werden.

"Syrische Zivilisten in Krankenhäusern sind das Ziel einer brutalen Kriegsführung, dies muss ein Ende haben", sagte der Direktor von Ärzte der Welt François De Keersmaeker einer Mitteilung zufolge.

Kranke in Lebensgefahr

Auch Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans Frontières / MSF) forderte, Krankenhäuser, Patienten und Ärzte dürfen nicht länger militärische Ziele sein.

Wer in Syrien in einem Krankenhaus Hilfe suche, begebe sich in Lebensgefahr, dies sei nicht hinnehmbar. Am vergangenen Mittwoch war das von MSF unterstütze Al-Kuds-Krankenhaus angegriffen worden.

Nach Angaben der Hilfsorganisation starben mindestens 50 Menschen, darunter sechs Mitarbeiter des Krankenhauses. Auch einer der letzten Kinderärzte sei bei dem Angriff ums Leben gekommen.

Nur noch wenige Ärzte

Überlebende hätten von zwei Fassbomben berichtet, die zunächst in angrenzende Gebäude eingeschlagen seien. In den Gebäuden war offenbar das medizinische Personal untergebracht. Eine dritte Bombe sei anschließend gezielt in der Notaufnahme explodiert.

Syrische Ambulanzen und Gesundheitseinrichtungen werden trotz des ausgehandelten Waffenstillstands immer wieder gezielt angegriffen. Mittlerweile gibt es nach Angaben von MSF in Aleppo nur noch 70 bis 80 Ärzte, die medizinische Hilfe leisten können. Damit seien dort nur noch etwa fünf Prozent der Ärzte im Einsatz, die vor dem Krieg dort gearbeitet hätten.

Aleppo gilt als das wichtigste Schlachtfeld in dem seit mehr als fünf Jahren andauernden Konflikt. Die Stadt wird teilweise von Einheiten des syrischen Präsidenten Assad, teils von Rebellengruppen kontrolliert. Das Regime versucht, die letzte Nachschubroute der Aufständischen zu kappen und diese damit in Aleppo einzuschließen. (mit dpa)

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