Direktkandidat für Die Linke

Sozialmediziner Trabert will in den Bundestag

Die Linke in Mainz wählt den Sozialmediziner Trabert zum Direktkandidaten. Der Allgemeinmediziner will parteiübergreifend Akzente setzen und Stimme für sozial benachteiligte Menschen sein.

Veröffentlicht:
Gerhard Trabert Anfang 2020

Will in die Politik: Professor Gerhard Trabert

© Andreas Arnold / dpa

Mainz. Der Mainzer Sozialmediziner Professor Gerhard Trabert kandidiert für den Bundestag. Der Kreisverband der Linken Mainz/Mainz-Bingen stellte ihn einstimmig als parteilosen Direktkandidaten auf, wie die Partei am Samstag mitteilte.

„Ich denke nicht, dass ich das Direktmandat gewinne“, sagte Trabert am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. „Aber wenn ich eine Chance habe, als Parteiloser meine Stimme für soziale Gerechtigkeit, für sozial benachteiligte Menschen und für Geflüchtete einzubringen, will ich das auch nutzen.“

Engagiert für Menschen ohne Wohnung

Der 64-jährige Facharzt für Allgemeinmedizin ist Gründer und Vorsitzender des Vereins Armut und Gesundheit, der unter anderem eine mobile medizinische Hilfe für Obdachlose betreibt. Trabert setzt sich regelmäßig vor Ort für Geflüchtete ein, etwa in Syrien, auf der griechischen Insel Lesbos und in Bosnien.

Bekannt ist Trabert zudem für sein Mainzer Modell, ein aufsuchendes Angebot zur medizinischen Versorgung Wohnungsloser. 2013 hatte er in Mainz eine Ambulanz für Wohnungslose und Patienten ohne Krankenversicherung eingerichtet. Er ist Professor für Sozialmedizin und Sozialpsychiatrie an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden.

Ende Juli oder Anfang August will er mit einem Schiff der Initiative Resqship Bootsflüchtlingen im Mittelmeer beistehen. Davon werde er sich auch in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs nicht abbringen lassen, sagte Trabert.

Links, grün, sozialdemokratisch, parteilos

„Ich bin parteilos, ich bleibe parteilos“, betonte der Mediziner, der auch nicht auf der Landesliste der Linken kandidiert. „Ich bin ein linker, grüner, in Teilen sozialdemokratischer, parteiloser Kandidat“, sagte Trabert. Mit Blick auf den Wahlkampf hoffe er, bei den drängenden sozialen Themen auch parteiübergreifend Akzente setzen und Debatten anstoßen zu können.

„Wir werden gemeinsam eine Kampagne gestalten, die den Fokus auf soziale Fragen richtet – gerade in der Coronakrise ist das besonders wichtig“, erklärte Hendrik Barka Laufer vom Kreisverband der Linken. Trabert habe gute Chancen, das Direktmandat mit ihrer Unterstützung als parteiloser Kandidat zu holen. (dpa/eb)

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Forschung

Beeinflusst Mikroplastik chronische Erkrankungen?

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kabinett winkt GVSG durch

Lauterbach macht Hausarztpraxen Mut: „Jede Leistung wird bezahlt“

Aktuelle Forschung

Antikörper – die Verkuppler der Krebsmedizin

Lesetipps
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (r.) bei der Kabinettssitzung am Mittwoch in Berlin.

© Michael Kappeler/dpa

Bessere Rahmenbedingungen für Praxen

Kabinett macht Weg für Lauterbachs Hausärzte-Gesetz frei

Heiße Nächte können nicht nur nervig sein. Sie gehen auch mit einem höheren Risiko für Schlaganfälle einher, so das Ergebnis einer Studie aus München und Augsburg.

© samuel / stock.adobe.com

Studie mit Daten zu 11.000 Schlaganfällen

Tropische Nächte sind offenbar ein Risikofaktor für Schlaganfälle

Der Nephrologe Prof. Jürgen Floege von der Uniklinik RWTH Aachen rät beim 18. Allgemeinmedizin-Update-Seminar in Mainz davon ab den RAS-Blocker abzusetzen wenn der Kaliumspiegel des Patienten ansteigt, da so weder die eGFR verbessert noch das Hyperkaliämierisiko gesenkt wird.

© SaroStock / stock.adobe.com / generated AI

Nephrologe rät

RAS-Blocker bei Hyperkaliämie möglichst nicht sofort absetzen