„2Retter1Mikro“

Tobi Schlegl: Moderator und Sanitäter startet Podcast

Geschichten aus dem „Blaulichtmilieu“: Moderator und Notfallsanitäter Tobi Schlegl holt in seinem Lebensretter-Podcast Kollegen und Politiker vor das Mikro. Er will den Berufsalltag der Notfallsanitäter in den Fokus nehmen.

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Wirbt für den Beruf des Rettungssanitäters: Tobias Schlegl.

Wirbt für den Beruf des Rettungssanitäters: Tobias Schlegl.

© Georg Wendt/dpa

Hamburg. Moderator und Notfallsanitäter Tobi Schlegl (43) will mit einem neuen Podcast Kurioses, Extremes, Schwieriges und Überlebenswichtiges aus dem Rettungsdienst an die Hörer bringen. Mit dem Podcast „2Retter1Mikro“ holt sich der Journalist Kolleginnen und Kollegen vors Mikro und spricht mit ihnen über den Berufsalltag und ihre Sorgen und Nöte im Job.

„Das ist in der Form etwas Neues. Dass darüber Gespräche auf Augenhöhe geführt werden und man so in die verschlossene Welt wirklich eintauchen kann, das habe ich so noch nicht gehört“, sagte Schlegl der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Dass es Gesprächsbedarf gibt und Rettungsdienst und Pflege unbedingt eine Plattform brauchen, sei ihm bereits beim Schreiben seines ersten Romans „Schockraum“ klar geworden.

In dem alle zwei Wochen erscheinenden Podcast soll es um viele Seiten des Berufsalltags der Sanitäter und Pfleger gehen. „Wir reden auch darüber, was gesellschaftlich und politisch verbessert und verändert werden muss. Vor allem über die Personalnot im Rettungsdienst wird gar nichts kommuniziert.“ Da müsse sich etwas ändern, sonst sei die Notfallversorgung gefährdet.

„Wir wollen Bock machen auf den Job“

Deshalb soll der Podcast auch leicht und locker sein: „Wir wollen auch Bock machen auf den Job. Denn wir brauchen dringend gutes und neues Personal. Die Arbeitsbedingungen sind tough, aber der Beruf an sich ist total toll.“ Bei einer Lebensrettung dabei sein zu können, sei sehr erfüllend. Deshalb werden seine Gäste auch Lustiges, Emotionales und Spannendes aus dem Job zu Besten geben.

Zudem setzt Schlegl mit dem Podcast einen Herzenswunsch um: Menschen sollen den Mut bekommen, Erste Hilfe leisten zu können. „Die Erste Hilfe ist in der Bevölkerung ganz schlecht ausgeprägt. Deshalb probiere ich ein Experiment. Zum allerersten Mal gibt es Erste-Hilfe zum Hören. Man muss also sein Kopfkino einschalten.“

In der ersten Folge spricht Schlegl mit dem Intensiv-Pfleger Matthias. Der arbeitet auf einer Corona-Station, fährt zudem auch Rettungswagen und kämpft außerdem für bessere Arbeitsbedingungen. „Er ist der idealste Gast“, viele weitere Kollegen sollen folgen. Ein Podcast-Date mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sei bereits verabredet.

Schlegl („Aspekte“, „Extra3“) hatte vor fast fünf Jahren seinen Job hingeworfen und sich drei Jahre lang zum Notfallsanitäter ausbilden lassen. Seit seinem im Sommer erschienenen Debüt sei er quasi der „Rettungsdienst-Klassensprecher“ geworden. „Ich hoffe aber, dass da noch viele nachkommen und mich da auch unterstützen.“(dpa)

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