Infektionen

Über 1000 Ebola-Tote im Kongo

Bislang sind 994 Menschen im Kongo an Ebola gestorben. Nothelfer sind in großer Sorge, wie sich die Ausbreitung stoppen lässt und appellieren jetzt an Regierung und Opposition.

Veröffentlicht: 03.05.2019, 17:23 Uhr

GENF/KINSHASA. Nothelfer bekommen den Ebola-Ausbruch im Osten des Kongo wegen der prekären Sicherheitslage nur schwer in den Griff. Jeder Fortschritt werde durch Rückschläge wie Angriffe Bewaffneter auf Behandlungszentren zunichte gemacht, sagte der Exekutivdirektor des WHO-Nothilfeprogramms, Michael Ryan, am Freitag in Genf. Die WHO rechne bald mit dem tausendsten Todesfall. Die Zahl der Toten stieg inzwischen auf mindestens 1019, wie das Gesundheitsministerium am Samstagabend mitteilte.

Der Ausbruch begann im vergangenen August und ist bereits der folgenschwerste seit der verheerenden Ebola-Epidemie in Westafrika 2014/2015. Dort kamen damals mehr als 11.000 Menschen ums Leben.

„Die (mangelnde) Sicherheit ist eine große Behinderung“, sagte Ryan. Politische Gruppen und bewaffnete Milizen streuen falsche Gerüchte über den Einsatz der Nothelfer, um die Ebola-Krise für ihre eigenen Zwecke auszunutzen. Regierung und Opposition müssten dringend zusammenkommen, um die Ebola-Bekämpfung zu entpolitisieren. „Die Katastrophe darf nicht ausgenutzt werden, um Konflikte anzuheizen.“

Zudem laufen die Kosten für den Einsatz laufen nach Angaben von Ryan aus dem Ruder. Von den benötigten 88 Millionen Dollar seien bislang erst 34 Millionen Dollar zugesagt worden.Es fehle daher an den nötigen Mitteln für den Hilfseinsatz.

Ryan versicherte zugleich, dass bislang genügend Impfstoff vorhanden sei. Oft scheiterten Impfkampagnen aber wegen der Unsicherheit in Regionen. Um den Ausbruch im Ost-Kongo einzudämmen, haben in der Region bereits gut 110.000 Menschen einen experimentellen Ebola-Impfstoff erhalten.

Die WHO prüft auch einen zweiten Impfstoff von der US-Firma Johnson & Johnson. Beide gelten bislang als experimentell. Die US-Firma Merck stellt ihren Impfstoff kostenlos zur Verfügung. (dpa)

Wir haben diesen Beitrag aktualisiert am 5.5.2019 um 16 Uhr.

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