UND SO SEH' ICH ES

Was zuviel ist, ist zuviel - dreimal am Tag Fußball ist eine Überdosis

Veröffentlicht: 22.06.2006, 08:00 Uhr

Ganz Deutschland ist im Fußballfieber. Allerdings: Drei WM-Spiele pro Tag sind zuviel. Der Zustand wird langsam beängstigend. Mit erheblichen Auswirkungen ist zu rechnen, der Schaden für die Gesundheit der Bevölkerung ist nicht abzusehen.

Ärzte wissen, daß Überdosierung zunächst einmal zu Übersättigung führt, was sich negativ auf den Verdauungstrakt auswirkt und in Ausnahmefällen sogar Vergiftungen nach sich zieht. Außerdem kann Überdosierung Gewöhnung provozieren, die in Sucht endet, mit erheblichen psychischen und neurologischen Folgen.

Die Pharmakotherapie lehrt uns, daß die beste Compliance mit der Dosis "einmal täglich" erreicht wird, das wäre beim Fußball ein Spiel pro Tag. Zwei Spiele wären demnach schon zuviel, und drei schlagen auf Magen und Blase - medizinisch ausgedrückt sind das gastrointestinale Störungen, Obstipation, Diarrhö, Miktionsbeschwerden sowie Reizblasen-Syndrom.

    Die beste Compliance wird mit "einmal täglich" erzielt.
   

Die größten Auswirkungen sind jedoch auf die Psyche zu befürchten: Depressionen, auch manische Phasen, erhebliche Schlafstörungen sowie mentale Defekte, diese insbesondere bei Menschen, die sich von Amts wegen die WM-Spiele regelmäßig ansehen müssen, wie etwa Sportfunktionäre oder Politiker.

Kein Wunder, daß auch das Bundesgesundheitsministerium Überlegungen anstellt, einschränkende Maßnahme einzusetzen. Sogar Gesundheitsministerin Ulla Schmidt wurde beim Spiel Ghana gegen Tschechien gesehen, ein Lokaltermin gleichermaßen, um das Problem aus der Nähe zu betrachten und Entsprechendes anordnen zu können.

Wie aus gutinformierten Kreisen zu erfahren war, handelte man rasch, Gegenmaßnahmen wurden ergriffen: Um die Bevölkerung vor größeren Gesundheitsschäden zu bewahren, soll die Dosis peu à peu herabgesetzt werden.

Deshalb werden seit Dienstag nur noch zwei WM-Spiele pro Tag live übertragen, was dann auf ein Spiel täglich reduziert wird. Zwischen den beiden letzten Spielen sind sogar noch einige Tage Pause eingeplant. Diese Maßnahmen werden helfen, die Folgen der Überdosierung in der Anfangsphase der Fußball-WM in den Griff zu bekommen. Außer - daß Deutschland Weltmeister wird.

Dann wird sowieso nichts mehr helfen. Dann werden sämtliche Barrieren brechen. Dann werden wir alles ertragen müssen. Doch dann sogar mit allergrößtem Vergnügen - meint

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