Thüringen

29 Corona-Impfpraxen und zehn mobile Teams geplant

Das KV-Konzept trägt der Kleinteiligkeit des Bundeslandes Rechnung – keine großen Impfzentren für Tausende Menschen.

Von Katrin Zeiß Veröffentlicht:
Wenn der Impfstoff gegen SARS-CoV-2 vorliegt, will Thüringen gerüstet sein. Hier ein Mitarbeiter des Mainzer Unternehmens Biontech, das ein vielversprechendes Vakzin präsentiert hat.

Wenn der Impfstoff gegen SARS-CoV-2 vorliegt, will Thüringen gerüstet sein. Hier ein Mitarbeiter des Mainzer Unternehmens Biontech, das ein vielversprechendes Vakzin präsentiert hat.

© Biontech/dpa

Erfurt. Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen rüstet sich für die anstehenden Corona-Schutzimpfungen. Landesweit sollen in der ersten Phase 29 feste Impfzentren und zehn mobile Teams die Impfung übernehmen, wie die KV-Vorstandsvorsitzende Annette Rommel in der Vertreterversammlung am Mittwoch sagte.

Nach dem Konzept, das die KV in Abstimmung mit dem Thüringer Gesundheitsministerium erarbeitet, soll es somit in allen 23 Landkreisen und kreisfreien Städte mindestens eine Anlaufstelle für die Impfungen geben, in Städten wie Erfurt und Gera auch zwei. Überwiegend werden laut KV dafür die im Zuge der Corona-Pandemie eingerichteten Abstrichstützpunkte genutzt, sieben Impfstellen werden in Räumlichkeiten des ärztlichen Bereitschaftsdienstes eingerichtet. Thüringen habe sich wegen der ländlichen Prägung nicht für größere Impfzentren in Turn- und Messehallen entschieden, stellte Rommel klar.

Priorisierung gemäß Empfehlung

Über die zentralen Anlaufstellen und mobilen Teams sollen zunächst nur die Menschen immunisiert werden, die zu den Vorranggruppen gehören. Ständige Impfkommission, Deutscher Ethikrat und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatten dafür Empfehlungen erarbeitet.

Erst wenn eine ausreichende Versorgung mit in der Lagerung weniger anspruchsvollen Vakzinen sichergestellt sei, könnten die Impfungen auch von den Arztpraxen in der Regelversorgung übernommen werden, sagte Rommel. Der zu erwartende Impfstoff stellt besondere Anforderungen an die Lagerung, das betrifft vor allem die Kühlung. In Thüringen sind nach Angaben von Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) zwei entsprechend ausgerüstete zentrale Lagerstellen bestimmt worden.

Rommel forderte die Politik auf, der Bevölkerung die notwendige Rangfolge zu impfender Gruppen wie ältere Menschen mit Vorerkrankungen, Pflegeheimbewohner, Ärzte, Pflegepersonal, Polizisten und Lehrer verständlich zu machen. „Das kann nicht Aufgabe der impfenden Ärzte sein.“

Impfende Ärzte gesucht

Größte Herausforderung ist es aus Sicht der KV, für die Impfpraxen ausreichend Ärzte und zum Impfen befähigtes medizinisches Personal zu finden. „Damit steht und fällt unsere Impfstrategie in Thüringen“, betonte Rommel. Sie rief die niedergelassenen Ärzte auf, sich für Impfungen zur Verfügung zu stellen. Ziel sei es, die Impfpraxen ab Januar besetzen zu können. Impftermine sollen in Thüringen ausdrücklich nicht über die zentrale Bereitschaftsdienstnummer 116117 vergeben werden, sondern über eine zentrale Website www.impfen-thueringen.de der KV. Sie soll im Dezember einsatzbereit sein.

Für die Ausrüstung der Impfpraxen und -teams hat Thüringen nach Angaben des Gesundheitsministeriums jeweils rund 2,2 Millionen Spritzen und Kanülen bestellt. Grundlage ist die Kalkulation, dass sich 60 Prozent der 2,1 Millionen Einwohner impfen lassen und pro Impfung zwei bis drei Kanülen und ein bis zwei Spritzen benötigt werden.

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