Pflegereform

3,5 Millionen erhalten Geld von Pflegekasse

Im ersten Jahr der Pflegereform steigt die Zahl der Leistungsbezieher um 750.000 auf 3,5 Millionen.

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BERLIN. Die Pflegereformen wirken. Seit dem Start im Januar 2017 hat die Soziale Pflegeversicherung hunderttausende Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz aufgenommen. Vom neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff profitieren nach Auskunft des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen demnach 283.000 Menschen. Dabei handele es sich sowohl um Pflegebedarf aufgrund einer Demenz als auch um krankheitsbedingten Pflege- und Betreuungsbedarf zum Beispiel bei Kindern mit Mukoviszidose oder Diabetes-Typ-1, sagte eine MDS-Sprecherin am Mittwoch der "Ärzte Zeitung".

Insgesamt haben die Gutachter im Berichtszeitraum 1,45 Millionen Versicherte gesehen. Bei 1,261 Versicherten haben sie einen der fünf Pflegegrade empfohlen und damit Leistungen der Pflegeversicherung ausgelöst. 747.457 dieser Menschen erhalten erstmals Pflegegeld. Die Zahl der Menschen, die Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten steigt damit auf knapp 3,5 Millionen. Ende 2016 hatte dieser Wert ausweislich der Geschäftsstatistik der Pflegekassen noch bei 2,75 Millionen gelegen.

Die Reformen seit 2014 gelten als eine der größten Reformen einer Sozialversicherung überhaupt. Die Versicherten finanzieren sie mit einem Beitragsanstieg um 0,5 Prozent auf 2,55 Prozent sowie 2,8 Prozent für Kinderlose. Damit fließen der Pflegeversicherung im Vergleich zu 2014 mehr als sechs Milliarden Euro im Jahr zusätzlich zu. Rund 1,2 Milliarden Euro davon werden in einem Vorsorgefonds angespart, der ab 2035 Beitragserhöhungen dämpfen soll. (af)

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